Lebensraum gestalten

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:05: Wisst ihr schon, wo ihr in fünf Jahren leben wollt und vor allem wie?

00:00:21: In einem Haus oder in einer Wohnung.

00:00:24: Am Land oder in der Stadt – egal ob ihr diese Fragen jetzt beantworten könnt oder nicht!

00:00:29: Wie wir Leben und wohnen wollen und ob wir das verwirklichen können ist halt einen richtig großen Einfluss auf unser Wohlbefinden.

00:00:36: aber es gibt auch viele Herausforderungen rund um das Thema Wohnen.

00:00:40: Städte werden immer heißer, Wohnraum ist kaum noch leistbar und am Land sind die Ortskerne wie ausgestorben weil alle nur noch im Shoppingcenter am Ortsrand sind.

00:00:49: Mein Name ist Laura Franz und ihr hört Lebensraum gestalten!

00:00:53: Der Podcast, da ich dabei hilft eure Wohnvisionen zu erfüllen und ein bisschen zum Nachdenken anregen soll.

00:00:59: Wie wollt Ihr in Zukunft leben?

00:01:01: Und heute ganz konkret was erwarten wir uns von einem guten Lebensraum und was heißt das überhaupt für einen

00:01:06: persönlich?!

00:01:10: Ich wohne aktuell in einem kleinen Einfamilienhaus mit Garten und ich fühle mich sehr wohl.

00:01:15: Und dazu muss man sagen, ich habe vor vierzig Jahre lang ohne jeden privaten, frei oder grün Raum gewohnt mitten in der Stadt und das war ein krasser Wechsel, der tatsächlich ungewohnt war aber jetzt sich für mich genau stimmig anfühlt in der Lebensphase, in der ich gerade bin.

00:01:30: Das ist Andrea Egenbauer.

00:01:31: Sie hat Architektur studiert an der TU Wien und an der University of Manchester.

00:01:36: Lange Zeit hat sie für die Stadt Wien gearbeitet, unter anderem mit Planungstätigkeiten für Amtshäuser und Schulen oder auch als Jurorin in Architektorwettbewerben.

00:01:44: Und seit kurzem ist sie selbstständig als Konsulentin für humanen Nachhaltigkeit- und Nutzerinnenverhalten in Wohnbau- und Quartiersentwicklung.

00:01:51: Bitte kurz übersetzen!

00:01:52: Was heißt das genau?

00:01:54: Das heißt dass sich Bauträgerinnen und Unterstützer Menschen besser zu verstehen dieses Wissen dann in der Planung umzusetzen.

00:02:02: Das heißt, wir Menschen haben einfach Bedürfnisse und die müssen wir im Raum verwirklichen damit Menschen sich einfach wohlfühlen und das Wohnbord angenommen werden und auch wertgeschätzt

00:02:10: werden.".

00:02:12: Und wie bis aufs Idee gekommen ist, dass selbst nichts zu machen?

00:02:15: Die Geschichte ist ein bisschen länger.

00:02:16: Es hat angefangen, dass ich in der Planung immer wieder gemerkt habe es gibt super Ideen und super Überlegungen wie wir den bestmöglichen Lebensraum gestalten können.

00:02:27: Okay, irgendwas funktioniert da nicht.

00:02:29: Da fehlt was?

00:02:30: Woran liegt das?

00:02:31: Kann man das fallgemeinern?

00:02:33: Ja kann man das herunterbrechen und dann im nächsten Projekt besser machen oder muss man es jedes mal von neuem herausfinden sozusagen.

00:02:42: Und ganz konkret war das eine Situation die dann wo's dann wirklich klick gemacht hat.

00:02:46: Da habe ich zwei Gebäude nebeneinander gesehen, thirty-fünf Meter hoch also relativ hoch für Wien und das eine hat einen ganz anderen Eindruck auf mich gemacht.

00:02:54: ist das andere?

00:02:56: Und da war die Frage tatsächlich, was ist es?

00:02:58: Was macht diesen Unterschied dermaßen markant aus und wie kann ich das jetzt hernehmen und verwenden.

00:03:06: Dann habe ich begonnen mich umzuschauen zu forschen, zu sagen, was gibt's alles an Wissen aus den humanen Wissenschaften und was kann man denn da machen daraus?

00:03:15: Und dann hast du dir gedacht, weil es kein anderer macht mache ich sie selber!

00:03:18: Genau, genau so ist es.

00:03:19: Es gibt kaum Menschen im deutschsprachigen Raum, die das machen.

00:03:23: ja und ich hab gedacht, dass braucht es, genau

00:03:29: Warum ist es denn überhaupt so wichtig, dass wir gerne in unseren Wohnräumen leben?

00:03:34: Der Wohnraum ist für uns existenziell.

00:03:36: Er ist ein wirklicher Grundpfeiler unseres Lebens.

00:03:40: Das ist der Raum, in dem wir uns zurückziehen können aus der Gesellschaft sozusagen.

00:03:45: Wo wir Sicherheit brauchen, wo wir uns erholen wollen und mit unserer Familie-Gemeinschaft leben.

00:03:52: Der sollte bestmöglich einfach für uns gestaltet sein, weil das Auswirkungen hat auf die Einzelperson.

00:03:57: Aber dann wieder rückwirkend natürlich auf die ganze Gesellschaft.

00:03:59: Weil je besser es dem Einzelnen geht auch in der Gemeinschaft, desto stärker sind wir denn alle und desto resilierender sind wir auch alle.

00:04:06: Das

00:04:06: ist kein Thema was jetzt nur mich persönlich betrifft sondern das ist wirklich etwas wo wir uns als gesellschaftlich Gedanken machen sollten?

00:04:11: Genau unbedingt ja.

00:04:14: Gibt's denn so was wie ein Patentrezept was alle Menschen brauchen damit es ihnen im eigenen Lebensraum gutgeht?

00:04:20: Ja es gibt einige Bedürfnisse die wir alle haben, quer durch die Bank sozusagen.

00:04:25: Ein ganz wesentliches Thema ist zum Beispiel Sicherheit und das Bedürfnis nach Sicherheit.

00:04:29: Das heißt in einer Wohnumgebung zu leben, in der wir bis zum gewissen Maße verstehen können was uns erwartet und nicht jedes Mal vor komplett neuen Herausforderungen.

00:04:40: Themen entstehen also ein bisschen Stabilität auch ein sicheres Gefühl zum Beispiel um das jetzt greifbar zu machen am Nachhauseweg dass ich einen Weg von mir habe wo relativ entspannt gehen kann, mich sicher fühlen kann und nicht jeden Tag zum Beispiel Angst haben muss.

00:04:55: Das sind also so Sicherheitsgefühle.

00:04:57: Privatsphäre ist ein ganz wesentlicher Aspekt beim Thema Sicherheit.

00:05:01: Und Erholung gehört eng zusammen, ne?

00:05:04: Also wenn wir uns sicher fühl können, wir uns erholen.

00:05:05: Sonst ist das nicht gegeben zum Beispiel.

00:05:08: Was ist denn da auch im Punkt wo man sagt es macht jetzt nicht nur ein Einzelner sondern eine Sicherheit?

00:05:13: Da kann ich vielleicht nichts zwingend als Einzelperson dafür sorgen, dass es bei mir sicher ist.

00:05:18: Das heißt das spielt auch schon die Politik ganz stark mit rein oder?

00:05:21: Es ist die Planung.

00:05:23: ich würde sagen genau wie wir Räume wie wir Wohngebäude wie wir Siedlungen wie wir Stadträume planen ist eben ganz entscheidend.

00:05:32: Okay also alle die in der Entwicklung von einem Projekt mit dabei sind

00:05:36: Genau bis zur Stadtplanung in jedem Maßstab.

00:05:41: Waren wir beim Thema Erholung, wie sieht es da aus mit Natur?

00:05:45: Gerade in Städten ist es ja oft ein bisschen schwierig.

00:05:47: Dass man sagt, man hat Natur wo man sich erholen kann.

00:05:49: Kann das auch anders stattfinden?

00:05:51: Natur ist ein Garanz dafür sozusagen der sehr stark unterstützt also den kann man immer am besten mitnehmen weil er einfach hilft.

00:05:57: Wir kennen das alle dass wir mal sagen ich muss jetzt endlich mal wieder ins grüne sozusagen.

00:06:01: Das heißt Natur ist für uns als Menschen wichtig weil's einfach eine Reizvielfalt und eine sensorische Qualität hat auf die wir als menschen als wesen gepolt sind.

00:06:09: Also das ist für die Sinne nicht nur für unsere Augen, aber auch das was wir hören und empfinden ist es einfach wahnsinnig wichtig.

00:06:16: Das erdet uns im wahrsten Sinne des Wortes.

00:06:19: Und man kann dieses Thema dann natürlich aber auch wichtig in der gebauten Welt aufnehmen.

00:06:25: Das heißt immer wenn Räume extrem sensuere Schreitsabend sozusagen gestaltet sind, dass sie am Monoton sind, ist es für unsere Flange Zeit schwierig auszuhalten.

00:06:34: tatsächlich also wir werden ein unruhiger gereizter

00:06:37: Wie kann man sich das vorstellen, jetzt sensorisch monoton als Laie in Laie weiß man vielleicht nicht genau.

00:06:42: Was heißt das?

00:06:43: Zum Beispiel eine Fassade die kaum gestaltet ist also ganz reduziert oder überhaupt fensterlos zum Beispiel im extremen Fall.

00:06:51: Also solche Situationen oder Riesen befestigte Flächen ohne irgendwelche Strukturen wo das Auge sich auch ein bisschen anhalten kann sozusagen und einfach Informationen aufnehmen kann.

00:07:04: Gerade

00:07:04: in der aktuellen Zeit hat man das Gefühl, dass alle Fassaden gleich ausschauen.

00:07:08: Wenn ich mir Altbauten anschaue sind es oft ganz spannende Fassade und gleichzeitig die Modernen sind alle weiß mit Grauenfensterleden.

00:07:15: Das ist doch genau das was jetzt nicht sein sollte wenn ich das richtig verstanden habe.

00:07:18: Stimmt!

00:07:19: Genau das ist einer der Gründe warum wir die historischen Bauten so mögen einfach weil sie eben solche Qualitäten auch mitbringen.

00:07:26: im modernen Kontext muss kann man das schon auch reinbringen, aber da geht es dann auf darum zum Beispiel Holzversagen zu integrieren.

00:07:33: Solche Elemente oder mit verschiedenen Schichten sozusagen in der Tiefe zu spielen.

00:07:37: Da kann man schon einiges aufnehmen.

00:07:40: oder Fassadenbegründerinnen, wie sie jetzt auch im Flächenmitwunsch mit Bauungsplan häufig vorgeschrieben werden der Stadt Wien.

00:07:45: Die helfen natürlich auch sehr gut weil da hat man das Naturelement gleich am Gebäude und so kann man dann noch eine vielleicht reduziertere Gestaltung mit der Natur kombinieren und hat eigentlich das Optimum für uns Menschen.

00:07:57: also diese Kombination mögen wir besonders gerne.

00:08:02: Jetzt!

00:08:02: Waren wir bei den Patentrezepten, aber wir Menschen sind ja doch irgendwie alle sehr unterschiedlich.

00:08:06: Was jetzt da eine super findet?

00:08:08: Also vielleicht eine begrünte Fassade oder Holzfassade dann fällt dem anderen wieder gar nicht und sagt ach ich finde das eh schön.

00:08:12: die weißen gleichen Fassaden mit den grauen Fensterlehen finde ich super!

00:08:16: Oder bestes Beispiel Haus am Land versus Wohnung in der Stadt gibt es auch ganz unterschiedliche Vorstellungen.

00:08:21: Wie wichtig ist es denn auch dass man seine eigenen Wünsche kennt und die artikulieren kann?

00:08:27: Das ist wichtig, sich da Gedanken zu machen.

00:08:29: Was brauche ich grundsätzlich und was ist in der Lebensvase jetzt das Richtige für mich?

00:08:33: Wenn man die Chance hat, sich darüber Gedanken zu machten.

00:08:35: Die hat man natürlich nicht immer.

00:08:37: Diese eigenen Wünsche zu erkennen hilft einfach um die bestmögliche Lebenssituation für sich zu finden.

00:08:42: Das heißt wir haben natürlich alle als Menschen Grundbedürfnisse, die ähnlich sind wie du schon gesagt hast und im Detail aber unterscheiden sie sich dann eben doch.

00:08:53: Ein Aspekt, der sich unterscheidet und das finde ich ganz spannend ist zum Beispiel das Bedürfnis dass wir uns selber repräsentieren nach außen.

00:08:59: Das schwankt zB extrem stark bei den Menschen.

00:09:02: da gibt es Menschen die nicht das völlig egal und andere die haben ein sehr großes bedürfen ist danach sich nach Außen einfach auch darzustellen

00:09:11: also in mit der Wohnung oder mit dem

00:09:13: Wohnraum?

00:09:14: Bei Häusern sieht man das ganz gut bei den Vorgärten zum Beispiel.

00:09:17: Da gibt's Vorgärtnen die sind relativ normal gestaltet und da gibt's welche die sind sehr exklusiv, extravagant oder einfach zeigen sehr viel von der Persönlichkeit und der Familie die da wohnt.

00:09:27: Da ist das Bedürfnis einfach stärker ausgeprägt zum Beispiel.

00:09:33: Inwiefern ist es dann auch für Stadtplanerinnen und Stadtplanern wichtig dass man diese eigenen Wünsche formuliert?

00:09:39: Oder wie kann sich das auch beeinflussen?

00:09:42: Also nochmal zu dem sich selber zu kennen und eben die Wünschen zu wissen die man hat das hilft natürlich zu entscheiden.

00:09:49: Wo suche ich denn überhaupt meinen Lebensraum, meinen Wohnraum?

00:09:53: Suche ich ihn mir eher in der Nähe eines Waldes.

00:09:55: Weil ich weiß... Ich gehe wahnsinnig gerne laufen im Wald und mir tut das gut im Alltag Und ich möchte kurze Wege dorthin haben.

00:10:01: Oder habe ich das Thema, ich möchte bei meiner Familie sehr nah sein Dann schaue ich dort vielleicht.

00:10:06: oder lang sind Arbeitswege.

00:10:08: Pendeln ist ein typischer Stressfaktor im Alltag.

00:10:11: Wenn ich den reduzieren kann hilft es.

00:10:13: Oder kann ich mit dem Rad in die Arbeit fahren Und mache das sogar Freude.

00:10:17: Also kann ich da Dinge kombinieren.

00:10:18: Das sind alles Aspekte, die man mitdenken muss.

00:10:20: Das soziale Leben ist ganz wichtig.

00:10:22: auch wo sind Vereine situiert?

00:10:24: wenn ich meine Wohnung such.

00:10:26: Sollte man sich da vielleicht eine Prioritätenliste machen?

00:10:28: Wenn man gerade sagt okay man ist nicht so happy mit seinem Wohnraum

00:10:31: dann hilft sowas.

00:10:32: Eine gute Idee genau aus sich klar zu machen was ist mir wirklich im Alltag wichtig und wie möchte ich diese Möglichkeiten der Erholung oder meinen Alltag bestmöglich einfach gestalten?

00:10:47: Und wenn man dann die Wünsche hat, was macht man damit?

00:10:49: Dann kann man nicht sagen Schnipp und jetzt schaut mein Wohnraum so aus.

00:10:52: Nein aber man kann anhand der Liste gezielter suchen.

00:10:58: In welcher Gegend sollte mein Wohnraum liegen am besten?

00:11:01: Was braucht es?

00:11:02: Stecke ich auch gerne die Hände in die Erde ein bisschen ... Hat die Wohnanlage bitteziehen, Gemeinschaftsgarten oder ähnliches?

00:11:09: Wo man mit anderen das gemeinsam machen kann?

00:11:11: Oder lebe ich das Wasser?

00:11:13: Gibt's vielleicht sogar eine Wohnanlagen mit einem Schwimmbad?

00:11:16: Da kann man dann einfach gezielt schauen.

00:11:18: Man kann es nicht immer für wirklich natürlich, da muss man schauen ob es andere Möglichkeiten gibt im Umfeld.

00:11:22: aber sich danach auf die Suche zu machen ist doch schon mal ganz gut.

00:11:27: Hast du da noch andere Tipps?

00:11:28: wie lernt man sich selber kennen und verstehen was einem beim Wohnen wichtig ist?

00:11:34: Eine Möglichkeit ist schon die eigene Wohngeschichte ein bisschen zu reflektieren, zu überlegen wie bin ich aufgewachsen?

00:11:40: woran habe ich sehr gute Erinnerungen an welcher Aspekte zum Beispiel.

00:11:45: Das sind meistens Dinge, die Menschen dann gerne auch mitnehmen in ihre zukünftigen Wohnräume.

00:11:49: Also kennt man zum Beispiel das Gefühl dass man was mit der Oma in einer großen Wohnküche sitzt?

00:11:56: Dann ist vielleicht in einer zukünftigem Wohnung auch das Thema eine Wohnköche zu haben, die jetzt nicht mit dem Couch im Fernsehen einem Raum ist sondern ein eigener Raum ist könnte dann ein Satterspekt sein zu schauen, dass man sich das wieder so gestaltet.

00:12:09: Weil es einfach dann einen Gefühl von Geborgenheit gibt und das ist ja individuell.

00:12:13: solche Geschichten, solche Erinnerungen die man dann weiter tragen kann.

00:12:17: Und durch sowas fühlt man sich dann auch automatisch wohler in seinem Wohnraum?

00:12:20: Das trägt dazu bei genau neben Materialien natürlich an allem was dazugehört Privatsphäre ganz wichtig.

00:12:27: Materialien da waren wir kurz bei Holzbegrünung.

00:12:29: Was kann man sich denn noch darunter vorstellen?

00:12:31: geht's nur um die Fassade außen oder wie die Wohnräume ihnen sind?

00:12:34: Es geht um beides, genau.

00:12:36: Also der Stadtraum und was diese monotonieren das Sicherheitsgefühl betrifft da sind die Materialien in der Fassade, in der Straße, die Begrünung wichtig?

00:12:46: Und wenn ich jetzt ins Innere gehe habe ich ein ähnliches Prinzip.

00:12:49: also ich hab es vorher schon mal angesprochen die monotonen Räume.

00:12:52: Jetzt wenn man sich vorstellt man nimmt einen Raum her der fast ausschließlich weiß gestaltet ist oder grau-weiß dann ist das im ersten Moment manchmal recht entspannend weil wir haben nämlich eine kurzfristige Raumwirkung, eine langfristige.

00:13:05: Die sind sehr unterschiedlich manchmal und das muss man einfach wissen in der Planung.

00:13:08: Jetzt kann die Kurzfristig-Raumwirkungen mit diesem weißen Raum oft entspannen sein entlastend.

00:13:14: Man kommt zur Ruhe und so weiter... Die langfristigen Wirkung ist genau das Gegenteil davon.

00:13:19: Das heißt, wir sind gereizt eher irritiert, manchmal auch ein bisschen niedergeschlagen, weil uns dann eben diese Reize fehlen, diese Vielfalt in der Wahrnehmung Genau.

00:13:30: Also das ist für ganz wenige Menschen, es sind so weiße Räume wirklich gut geeignet.

00:13:35: Spannend dass aber gerade jetzt auf Social Media und TikTok ganz viel diese Trends in die Richtung gehen, dass alles weiß-beisch, möglichst wenig Dekorationen, möglichst clean irgendwie ist.

00:13:45: Das ist eigentlich eine spannende Entwicklung.

00:13:47: wenn das auf lange Sicht uns nicht gut tut oder den meisten Menschen zumindest nicht

00:13:50: guttut?

00:13:51: Ja ja, das muss man wirklich genau hinterfragen für sich selber und reflektieren.

00:13:56: Wirklich würde ich sagen eher nur den Menschen gut, die tatsächlich viel unterwegs sind.

00:14:00: Wenig zu Hause sind und dann runterkommen.

00:14:03: aber jemand der zum Beispiel länger zuhause ist oder auch kein Kind zu Hause betreut oder Homeoffice viel macht das in solchen Räumen dann schwierig weil man dann wirklich sehr viel Zeit drin verbringt.

00:14:13: Wie wichtig sind denn in dem Zusammenhang auch finanzielle Ressourcen?

00:14:16: also muss gutes Wohnen immer teuer sein?

00:14:19: Nein muss es überhaupt nicht.

00:14:22: Es kann teuer sein, wenn ich für die Penthouse-Wohnung im ersten Witzig mit über einen Anschluss wünsche.

00:14:26: Und Palmen am Dach wird sicher teuer.

00:14:29: Ansonsten geht es eben darum um diese anderen Qualitäten.

00:14:32: Kann ich sehe von meinem Fenster einen Baum zum Beispiel?

00:14:35: Habe ich meine Privatsphäre gut geschützt in der Wohnung also so dass wir nicht alle reinschauen können?

00:14:41: das heißt dass sich mich einfach frei bewegen kann in der wohnung

00:14:43: zb Vorhänge

00:14:45: vorhänge manchmal.

00:14:47: Es gibt Wohnsituationen, da reichen Vorhänge nicht.

00:14:49: Da wird es dann wirklich schwierig.

00:14:51: aber viel kann man natürlich mit Vorhängen machen in normalen Wohnsituionen gedacht.

00:14:55: Schwierig werden sie in Erdgeschosswohnungen zum Beispiel wo dann alles offen ist was keine Zäune gibt und so.

00:15:00: Da ist die Privatsphäre dann nicht schützbar sozusagen, da geht's fast gar nicht.

00:15:06: das sind schwierige Situationen.

00:15:07: also da will ich es näher sagen.

00:15:10: Also es kann man sich nur suchen wenn es auf der Prioritätenliste ganz unten steht die Privratsphäre sozusagen?

00:15:15: Ja würde ich nicht empfehlen.

00:15:18: Warum nicht?

00:15:20: Weil es so ein Grundbedürfnis ist oder... Genau,

00:15:22: Privatsphäre ermöglicht uns einfach tatsächlich aus den sozialen Rollen rauszugehen die wir haben in der Gesellschaft und zurückzuziehen auch von der Nachbarschaft wenn wir das wollen.

00:15:30: Und wir müssen einfach die Chance haben das zu regulieren Wenn wir einen Kontakt treten wollen mit der Umgebung.

00:15:35: oder wenn nicht Das heißt wenn uns das aufgezwungen wird Ist es für unsere Dauer schwer auszuhalten weil wir dann eine Art Kontrollverlust erleben.

00:15:43: Wir haben nicht mehr die Möglichkeit den Zugriff sozusagen, visuell oder jetzt im Kontakt selbst zu regulieren und das brauchen wir.

00:15:51: In unserer bewarten Wohnung haben wir den höchsten Kontrollanspruch an den Raum, den wir haben.

00:15:56: grundsätzlich und da wollen wir bestimmen mit wem wir Kontakt aufnehmen und wann und wie und wer uns wann wie sieht.

00:16:06: Was sind denn Dinge die jetzt vielleicht unsere Hörerinnen und Hörern am ersten Moment nicht kennen?

00:16:10: Oder die sie nicht denken wenn es um gutes Wohnen gibt also Dinge die ihr das Leben vielleicht bereichern können in Wohnräumen aber die man jetzt so Im ersten Moment einfach nicht denken, mein klar Privatsphäre.

00:16:20: Das ist was es fällt glaube ich fast jedem ein aber vielleicht kannst du das in der Erfahrung einfach viel mehr mitteilen?

00:16:27: Ein typisches Beispiel ist das beim Wohnen mit Kindern.

00:16:30: Nicht dran gedacht wird dass zum Beispiel Kinder sich ganz gerne bei den Erwachsenen aufhalten aber oft gar nicht unbedingt jetzt mit ihnen in Aktion sind sondern quasi daneben sein wollen gestört, ungestört für sich selber irgendwie beschäftigt sein wollen mal kurz den Kontakt suchen und dann aber wieder mit sich selbst beschäftigt sind.

00:16:48: Das heißt es ist da wichtig in den Wohnräumen einfach zu schauen.

00:16:51: okay habe ich in der Nähe der Küche und beim Wohnzimmer hab' ich einen Eck irgendwo oder eine Nische wo tatsächlich ein Kind sich gut aufhalten kann ohne dass er ständig im Weg ist weil das produziert dann oft Total unnötig Konflikte in der Familie, wenn das Kind ins Zimmer geschickt wird.

00:17:06: Und eigentlich aufgrund seiner natürlichen Entwicklung des Bedürfnis hat er eine Ehre der Eltern zu sein.

00:17:11: und also diese Dinge sollte man unbedingt mit denken und dass wir meistens einfach total unterschätzt wie wichtig oder welchen Einfluss der Raum da hat auf dieser Dynamik in der Familien.

00:17:24: Es gibt ja auch viele neue Konzepte.

00:17:27: gerade bei modernen Gebäuden versucht man Begegnungsflächen zu schaffen.

00:17:32: Wir haben darüber gesprochen, Privatsphäre ist wichtig.

00:17:35: Aber auch die Möglichkeit, dass man selber enttagt, okay ich würde gerne mit anderen in Kontakt treten.

00:17:39: Gibt es da Konzepte wo du sagst, davon profitieren Leute total wenn das in einem Gebäude vorhanden ist?

00:17:46: Also so dass bei sämtlichen Konzepten und gerade bei innovativen Konzeptes immer wichtig ist schauen ok welche Bedürfnisse gibt's kann nicht umsetzen und sind die richtigen Räume für die richtige Bedürfe da sozusagen genau.

00:17:57: Und eine Raumsituation weniger häufig gibt, die aber eine gute Qualität hat oder eine tolle Qualität für die Nachbarschaft hat ist wenn wir vom Eingangsbereich unserer Wohnung ein bisschen einen Raum zur Verfügung haben um den zu gestalten.

00:18:12: Das braucht nicht viel das sind zwei Meter, also zwei Meter sind dann eh schon viel im Wohnbau Aber diesen persönlich zu gestalten und damit nach außen zu kommunizieren tatsächlich, das hilft sehr für die nachbarschaftsbildung weil es reduziert die Anonymität in dem Gebäude weil jeder nach außen ein bisschen sich erkenntlich zeigt sozusagen und es fördert einfach dann die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, wenn man vorbei geht.

00:18:38: Weil das so ein Bereich ist wo man dann auch gerne mal draußen sitzt oder... Das ist ja einfach tatsächlich eine Kontaktszone und die geht im Wohnbau meistens unter.

00:18:46: Also wie einen Mini-Vorgarten für Wohnungen?

00:18:49: Ja

00:18:49: genau in der Art!

00:18:52: Wie sieht's aus Gemeinschaftsräume können sie das ersetzen?

00:18:56: Gemeinschaftsräume sind wichtig, sie können aber nicht ersetzen wenn die Raumstruktur selber nicht gemeinschaftsfördernd gestaltet ist.

00:19:05: Also dann sind Sie nur mit viel Aufwand meiner Meinung nach wirklich am Leben zu erhalten und zu bespielen.

00:19:10: da braucht es sehr viel Energie von einzelnen Beteiligten um das zu machen weil die Wohnwasstruktur selbst die Begegnung fördern unterstützen kann oder eben behindern kann oder man eigentlich weil manche Strukturen sogar sagt, okay ich möchte nichts mit meinen Nachbarn zu tun haben.

00:19:25: Also auch das kann der Raum bewirken und Gemeinschaftsräume allein sind es nicht!

00:19:30: Es ist ja oft jetzt so wenn wir wirklich in einer Stadt bei Wohngebäuden sind dass der Platz knapp ist.

00:19:35: trotzdem gibt's da auch immer wieder so Ansätze, dass man sagt zum Beispiel das Dach als Begegnungszone funktioniert das?

00:19:43: Ja und nein.

00:19:44: also das dach funktioniert dann besonders gut wenn es wirklich eine Qualität hat die ich sonst jetzt nicht habe.

00:19:50: also wenn jemand einen Schwimmbad am Dach hat Super, genial!

00:19:54: Weil das dann ein Ort ist, den man bewusst aufsucht.

00:19:57: Da schwimmen wir jetzt sonst im Gebäude nirgends anders und da kann man auch gut allein hingehen und trifft vielleicht dort andere und kann sich und da alternatet.

00:20:04: er muss aber nicht.

00:20:05: Wenn jetzt eine Dachterrasse ein Raum ist der einfach nur eine Terrasse zum hinsetzen ist und die vielleicht einen Ausblick genießen wird sie deutlich weniger angenommen.

00:20:14: meistens.

00:20:16: Manchmal passiert sogar, dass dann eigentlich Vandalismus passiert.

00:20:19: Weil dort keine informelle soziale Kontrolle da ist.

00:20:21: Das muss man sehr genau dann im Projekt abwägen von der Größe des Projekts und den Zugangsmöglichkeiten.

00:20:29: Also man kann es nicht vorschalte beantworten!

00:20:33: Jetzt wenn wir nochmal beim Projekt sind... Wir haben ein paar der Bedürfnisse schon so kurz definiert die wir alle haben.

00:20:41: Was ist denn aber jetzt die Herausforderung?

00:20:42: oder was machst du in deinem Job?

00:20:44: quasi du möchtest ja Übersetzerin sein zwischen den Bedürfnissen und dem, was die Projekteentwickler machen.

00:20:50: Wie gelingt das oder was braucht es da um diese Bedürfenisse dann auch alles so umzusetzen?

00:20:55: Also es gibt zwei Zugänge.

00:20:56: Das eine ist eine fertige Planung und ich analysiere diese Planungen nach den Bedurfnissen, die wir haben und schaue erfüllt die Planung dieser Bedürffnisse oder nicht oder unterstützt sie bei der Erfüllung.

00:21:08: Ich gehe die Erschließung durch,

00:21:09: z.B.,

00:21:10: die Gemeinschaftsräume und die Wohnungen nach all den Kriterien, die es da gibt, die einen guten Lebensumausmachen von Sicherheitsthemen, Erholung, Gemeinschaubsbildung, Gestaltungsmöglichkeiten, Aneignungsmögligkeiten, sensorische Qualitätenwahrnehmensraum.

00:21:25: Und der andere Aspekt ist der, dass ich in der Planung tatsächlich dabei bin – das heißt er kann mich schon in der Planung einfach mithelfen!

00:21:32: das Beste möglich herauszuholen aus dem Projekt.

00:21:34: Ist es denn noch möglich, wenn ein Projekt bereits existiert?

00:21:36: Dass man sagt okay, man kontrolliert das dann im Nachhinein und verändert dann noch was?

00:21:42: Das kommt darauf an.

00:21:43: Man kann oft Dinge noch etwas verbessern gerade wenn es um die Freiraum-Situation geht und diese Zonierung von öffentlich bis privat also dieser Abstoffung der einzelnen Raumsequenzen sozusagen.

00:21:55: Es hat auch mit Sicherheit und Erholung zu tun.

00:21:57: da kann man oft noch einiges machen.

00:22:00: Manchmal ist es schwierig.

00:22:01: Das sind wirklich nur wir Hälfsmaßnahmen, wo man versucht einfach zu kompensieren.

00:22:04: tatsächlich.

00:22:05: Weil jetzt Hörerinnen und Hörern denken sich vielleicht okay meine Wohnsituation das ist nicht so super aber ich kann mir gerade nichts anderes suchen.

00:22:12: Gibt's da was was man machen kann um einzelne Bedürfnisse vielleicht selber auch besser zu befriedigen oder in Kontakt zu treten mit Hausverwaltung etc?

00:22:20: Können die dann so auch kleine Maßnahmen setzen?

00:22:23: Das Schwierige ist meistens dass wir die Bedürfenisse ernst.

00:22:26: wir sind uns dessen nicht bewusst dass wir sie haben oder dass sie jetzt gerade nicht erfüllt werden.

00:22:30: Also, wir haben nur das Gefühl okay ich bin jetzt vielleicht nicht zufrieden mit meiner Wohnsituation.

00:22:34: manchmal weiß man es warum es ist oft weiß man eigentlich nicht so.

00:22:37: genau darum ist es schwierig.

00:22:38: tatsächlich wenn es jetzt darum geht man möchte mehr Natur oder mehr gestalten in der wohnenlage dann natürlich das ist meistens was noch am leichtesten geht zu sagen ok also ich möchte irgendwie soll es lebendiger werden es soll mehr kollektiv personalisiert werden, also die Hausgemeinschaft soll mehr sichtbar werden in diesem Wohnraum oder diesen Wohnumfeld.

00:22:58: Das sind glaube ich die besten Möglichkeiten für Hausverwaltungen da zu unterstützen.

00:23:02: Also deswegen ist es auch so wichtig dass man seine Bedürfnisse überhaupt kennenlernt?

00:23:06: Genau!

00:23:08: Gut, danke Andrea.

00:23:09: Ich würde sagen das war's für heute.

00:23:19: Sehr gerne, danke.

00:23:24: Dieser Podcast wird ermöglicht durch Wien Süd.

00:23:26: Weiterführende Links und Informationen zu unserem Gast findet ihr in den Shownotes.

00:23:31: Lebensraumgestalten ist eine Produktion von Artverlangs im Auftrag von Wien-Süd, Redaktion Gerald Annez Huber, Produktion Schnitt & Sounddesign Kasper Ahrens Moderation ich Laura Franz.