Leben. Gestalten. Wohnen. – Der Podcast, der Lebensraum neu denkt.
00:00:05: Die Corona-Pandemie.
00:00:17: Sie hat für viele von uns gezeigt, was ist in unserem Lebensraum eigentlich wirklich wichtig?
00:00:22: Ein Balkon oder ein Garten war damals goldwert und ist es bis heute!
00:00:27: Doch es gibt nicht nur den eigenen Balkon als Freifläche sondern viel mehr Möglichkeiten freiraum zu gestalten.
00:00:34: Und genau darum geht's heute um Ideen für draußen Und warum sie für die eigene Lebensqualität so wichtig sind.
00:00:41: Mein Name ist Laura Franz und ich freue mich sehr, dass ihr wieder beim Podcast Lebensraumgestalten eingeschaltet habt!
00:00:48: Mein heutiger Gast ist Karina Wender.
00:00:50: Karina is zuständig für die Klima-Koordination im Geschäftsbereich Nachhaltigkeit, Umwelt & Energiewirtschaft am Magistrat Sankt Pölten.
00:00:57: Hallo!
00:00:59: Wie wichtig ist denn Freiraumgestaltung für die eigenen Lebensqualität?
00:01:03: Ich denke es war unabdingbar... Der Wohnraum geht einfach über die eigene Wohnung, über das eigene Haus hinaus.
00:01:11: Sobald wir uns in der Straße bewegen, wohin gehen und mit Leuten treffen sind wir im Freiraum.
00:01:16: Und deshalb ist es unglaublich wichtig den so zu gestalten dass wir ihn auch genießen können und dass sie uns da auch gern aufhalten oder auch gerne durchgehen.
00:01:24: also es geht ja gar nicht nur darum dass Aufenthaltsqualität gegeben sein muss wenn man jetzt auf dem Bankerl sitzt oder da wo spielt sondern sich gern, wo bewegt und zum Beispiel nicht der Hitze extrem ausgelastet ist.
00:01:37: Dass man sich sicher fühlt in seiner Bewegung, sei es als zu Fußgehende Person oder mit dem Radfahrende Person.
00:01:43: Sei es Personen die mobilitätsbeeinträchtigt sind für Kinder, für Personen mit einem Kinderwagen.
00:01:50: all das ist einfach unglaublich wichtig hier gewisse Qualitäten zu schaffen dass ich jeder Person einfach wohlfühlt und den Freiraum auch so nutzen kann, wie er oder sie es braucht.
00:02:00: Das heißt bei Freiraumen reden wir eigentlich über alles was außerhalb von eigenen vier Wänden dann stattfindet?
00:02:05: Das kann man im Grunde so sagen also außerhalb... genau es gibt persönliche Freiräume, ihr wisst zum Beispiel eben auch der Garten ist oder der Balkon.
00:02:13: aber ja sobald wir uns im öffentlichen Gut bewegen ist das auch der freiraum auf dem die Stadt gewissen Einfluss hat und eine Verantwortung übernehmen kann.
00:02:22: Und über diesen Raum reden wir, wenn wir über Planungen sprechen in der Stadt oder auch seitens des Landes.
00:02:33: Gibt es einen Raum für dich persönlich?
00:02:36: Wo du sagst, der ist besonders gut gelungen im Freiraum wo du dich extrem gern aufhältst?
00:02:41: Ja also... muss ich jetzt natürlich aufs Landbölden beziehen.
00:02:44: Wir haben da ein ganz tolles Planungsverfahren, das auch noch gar nicht abgeschlossen ist was sich gleichzeitig aber auch sehr spannend findet und es ist der Promenadenringen.
00:02:52: wir haben hier einen Wettbewerbsverfahren veranstaltet wo wir vorab eine sehr große Bürgerinnenbeteiligung gemacht haben um hier alle Interessen und Ängste und Sorgen aber auch gewisse Ansprüche abzuholen Und den setzen wir jetzt abschnittsweise um.
00:03:07: Das heißt, wir haben jetzt zwei Abschnitte die schon realisiert sind und hier merkt man ganz spannend als Plannerin aber auch als Bürgerin wie das Gefühl anders ist wenn man von dem neuen Abschnitt in den Alten geht.
00:03:18: Da denke ich habe mir wirklich als Stadt ein sehr tolles Projekt auf den Weg gebracht und hoffe sehr dass auch die Bürgerinnen und Bürger so wahrnehmen.
00:03:28: Haben Sie denn ein Beispiel, wie man Freiflächen auch in mittelgroßen Städten und Gemeinden wieder zurückgewinnen kann?
00:03:37: Hier hat es sehr spannende Projekte, vor allem auch in den Bereichen, die ein bisschen ländlicher geprägt sind.
00:03:42: Also jetzt nicht ganz in der Innenstadt, die doch zum Großteil sehr urban sind sondern in jenen Bereichen wo sich ja auch viele kleinere Städter oder kleinere Gemeinden auch sich einiges abschauen können weil die Strukturen einfach sehr ähnlich sind.
00:03:55: das ist die Dorf- und Stadt Erneuerung und hier werden Projekten ganz gezielt mit Bürgerinnen und Bürgern dieser Katastralgemeinden entwickelt.
00:04:04: Die bringen die Ideen, die sagen wir haben eigentlich Bedarf dass hier in dem Kretzel oder auf der Fläche etwas Neues entsteht ein neuer Freiraum entsteht mit neuen Qualitäten und dann wird das auch mit den Bürgerinnen um Bürgeren gemeinsam gemacht.
00:04:17: also die müssen auch richtig anpacken und hier auch Arbeitszeit sozusagen investieren.
00:04:21: aber hier merkt man dann auch der Bezug zu diesen Räumen ein ganz anderer ist, wenn die Bürgerinnen und Bürger gleich wirklich von Anfang an so mitgenommen werden.
00:04:31: Welchen Wert hat denn das für das eigene Leben?
00:04:33: Wenn es zu so Dingen kommt wie eben Dorferneuerungen oder Ortskern, Revitalisierungen – die macht ja zum Beispiel auch die Wien Süd!
00:04:40: Und was bringt denn das dann für das eigenes Leben?
00:04:43: Ich glaube, vor allem wenn man diesen Bezug dann zu den Räumen hat, nimmt man die anders wahr und nutzt sie auch anders.
00:04:49: Und das wird eben auch eine Verlängerung von seinem eigenen Wohnbereich.
00:04:53: Es wird die Wahrscheinlichkeit dass man sich da mehr aufhält oder dass man dort trifft mit Freunden oder Nachbarn usw.
00:05:00: einfach größer weil man diesen persönlichen Bezug dazu hat.
00:05:03: Und das ist sicherlich etwas, vor dem die Bürgerinnen und Bürger ganz gezielt profitieren können.
00:05:08: Weil sie einfach wissen was da auch dahinter steckt.
00:05:11: Wir sind auch sehr transparent und Sie wissen auch was das kostet usw.
00:05:15: Und bringen sich auch ein in der tatsächlichen Gestaltung.
00:05:18: also was benötigt es.
00:05:20: Das finde ich auch immer ganz spannend wenn's um die Gestaltung vom Spielplätzen geht.
00:05:23: Das machen wir auch gerne mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam.
00:05:27: Wenn Sie diesen persönlichen Bezug haben dann wird der Raum auch besser genutzt, damit umgegangen, einfach rücksichtsvoller und genau diesen Unterschied merkt man dann schon wirklich.
00:05:39: Gibt es denn da unterschiedliche Erwartungen wie man jetzt Freiraum gestaltet je nach Generation?
00:05:43: Also zum Beispiel Jungfamilien mit Kindern oder ältere Bevölkerungsschichten?
00:05:48: Ja, ganz bestimmt.
00:05:49: Ich glaube unsere Bedarfe und Anforderungen ändern sich immer von Lebensphase zu Lebensphase aber in seinen Grundzügen gibt es trotzdem sehr viele Überschneidungen gerade wenn man über Barrierefreiheit spricht wie ich es vorher schon erwähnt habe.
00:06:02: das ist sicher für Seniorinnen und Senioren sehr wichtig aber auch genauso für Kinder oder für Personen die eben einen Kinderwagen oder ein Rollstuhl oder so weiter schieben.
00:06:11: also es gibt da sehr viele Überschneidung.
00:06:13: natürlich Kinder wollen gern spielen, wollen herumlaufen.
00:06:16: Das wollen vielleicht andere Personen nicht so sehr.
00:06:18: Also es gibt hier sehr viele Interessen die zusammenkommen und die man sich ja abwägen muss.
00:06:22: Was ich aber schon gemerkt habe in verschiedenen Bürgerinnenbeteiligungsprozessen ist das diese Ort sich zu treffen immer sehr wichtig ist also dass man die Möglichkeit hat sich hinzusetzen und sich auszuruhren oder eben mit Freunden und Freunden einfach zusammensetzen und ein bisschen zu chillen.
00:06:38: Das kommt eigentlich von allen Seiten immer wieder.
00:06:41: Die Ausgestaltung wird sicherlich ein bisschen anders sein
00:06:43: Aber das ist sozusagen schon ein Freiraum, auch oft ein Ort des Aufenthalts sein soll.
00:06:47: Unbedingt
00:06:48: auf jeden Fall!
00:06:49: Also das merken wir doch bei eigentlich allen Altersgruppen im Stadtmobiljahr.
00:06:53: Es sind dann die Unterschiede an welche Zielgruppe es sich richtet.
00:06:57: zum Beispiel Jugendliche sitzen gerne in Hängematten oder so.
00:07:00: Das kann man jetzt Senioren und Senioren nicht unbedingt zumuten aber da muss man auf eine gewisse Vielfalt achten um wirklich alle Zielgruppen zu erreichen Sofern es möglich ist.
00:07:10: Der öffentliche Raum, der Freiraum ist auch begrenzt.
00:07:12: Da können nicht alle Interessen unterbringen.
00:07:15: aber deshalb ist es umso wichtiger die Bevölkerung mitzunehmen und zu schauen wo sind die höchsten Prioritäten?
00:07:22: Ist denn das auch was man unter partizipativer Freiramgestaltung versteht?
00:07:27: In St.
00:07:28: Bölten machen wir das auf jeden Fall so, ich glaube Prozesse laufen nicht immer linear und laufen nicht alle immer gleich Und wie solche Participationsprozesse ausgestaltet werden ist sich auch immer abhängig von dem Raum und vom Projekt.
00:07:41: Aber wir versuchen auf jeden Fall immer das schon vor den ersten Planungsschritten zu machen, damit all die Ideen und Anmerkungen dann auch wirklich in dieses Projekt einfließen können.
00:07:50: Und nicht im Nachhinein eingeholt werden.
00:07:52: Und dann schaut man, dass man es vielleicht noch so hinwiegt
00:07:54: oder so.
00:07:55: Wie werden Leute dazu gebracht?
00:07:56: Dass sie sich überhaupt beteiligen?
00:07:58: Auch das ist tatsächlich von Altersgruppe zur Alteresgruppe sehr unterschiedlich.
00:08:02: Man muss da wirklich schauen, dass viele verschiedene Formate anbietet.
00:08:07: Ältere Personen kommen gerne in den persönlichen Austausch oder sind eher analog unterwegs, Kinder und Jugendliche erreicht man eher auf die digitale Schiene.
00:08:16: Wir versuchen immer Personen direkt anzusprechen.
00:08:20: zum Beispiel gibt es bei uns den Markt in St.
00:08:22: Bölten der wirklich sehr gut besucht wird und dann machen wir einen Marktstand von seitender Stadt.
00:08:27: da kommt man mit sehr vielen Leuten ins Gespräch.
00:08:30: was wir gelernt haben bei Kindern und Jugendlichen ist das Ganze auch über die Schulen zu machen d.h.
00:08:35: wir suchen uns Multiplikatoren weiter tragen.
00:08:39: Also bei manchen Personengruppen ist es sogar oft einfacher, Leute zu motivieren wenn man sie nicht direkt anspricht weil es da einfach auch gewisse Barrieren gibt zum Beispiel auch sprachliche Barriere oder so.
00:08:50: dann sucht man sich eher Multiplikatoren die das dann weitertragen und wie gesagt andere Altersgruppen.
00:08:55: die mögen uns doch gerne dass man sie direkt ansprücht und sich mit ihnen zusetzt oder zusammenstellt und dann diskutiert.
00:09:03: Oft führen ja so große Umgestaltungen auch zu Widerständen, inneren oder tatsächlichem Widerstand.
00:09:08: Wie gelingt es denn da bei den Betroffenen, dass man das überwindet?
00:09:12: Das Wichtigste ist einfach eine gute Kommunikation vorab schon die potentiellen Ängste zu adressieren und versuchen zu entkräften.
00:09:22: Wir haben zum Beispiel gerade beim Pominadenring war der Fall, dass dadurch einige Stellplätze weggefallen sind.
00:09:30: Die Mobilität ist immer ein sehr emotionales.
00:09:32: Das heißt, da gab es schon noch kritische Stimmen und wir haben dann gleich mit einer Kampagne versucht aufzuzeigen wie viele Stellplätze es in der Innenstadt in Tiefgaragen gibt oder im Parkhäusern um zu zeigen Es gibt genug Angebot!
00:09:44: Es ist vielleicht jetzt nicht mehr im öffentlichen Gut so direkt möglich aber es gibt noch ausreichend Platz.
00:09:49: Und so versuchen wir auf die Ängste einzugehen und sie auch zu nehmen.
00:09:54: Was wir gelernt haben unbedingt die Kommunikation auch in diesem ganzen Umsetzungsprozess aufrecht zu erhalten und nicht sozusagen vor der Planung oder während der Planungen zu kommunizieren.
00:10:06: Und dann wären wir umsetzen, sozusagen einfach nicht mehr darüber zu sprechen weil das ist ja dann eher am Laufen sozusagen Die wissen das nicht.
00:10:15: Und deshalb hier die Leute auch während der Umsetzung mitzunehmen, ihnen zu erklären, was passiert gerade?
00:10:20: Das ist ein Zeitplan bis zu dem und dem Zeitpunkt werden die Umsetzungsschritte realisiert sein.
00:10:26: Dass einfach mitzonehmend nimmt wirklich auch einige sind Angst.
00:10:30: Die Kooperation zwischen Gemeinde- und Bewohnerinnen und Bewohnenhörigen heraus ist also total wichtig.
00:10:36: Kann man das denn vergleichen?
00:10:38: Ist es in kleineren Städten und Gemeinden genauso wichtig wie jetzt im großvolumigen Wohnbau?
00:10:44: Das denke ich schon.
00:10:45: Die Rahmenbedingungen sind anders, weil sobald es kleinteiliger wird, wird es auch weniger anonym und die Leute kommen besser wahrscheinlich ins Gespräch.
00:10:54: Man reicht die Leute auch einfacher als in einem großen Wohnkomplex wo es doch anonymer zugeht und man einmal die richtigen Multiplikatoren finden muss um ins Gespräche zu kommen aber dieser Austausch kann jedenfalls nie schaden.
00:11:09: Was mache ich denn als Bürgerin oder Bürger wenn ich mir denke okay in meinem Ort wäre es eigentlich total schön, wenn sich da was tut im Freiraum und es gibt aber keine Initiativen von den Gemeinden.
00:11:19: Hast du auch Tipps?
00:11:20: Ja also es gibt jedenfalls immer die Möglichkeit sich an die zuständigen Stellen zu wenden und das Gespräch zu suchen.
00:11:27: oft kommt dann das Argument der Finanzierung oder ja der zeitlichen Kapazitäten.
00:11:33: ich glaube was hilfreich ist einen Vorschlag zu machen auf welchen Flächen das sein könnte Und auch anzubieten, wir wollen das wirklich gerne.
00:11:40: Wir würden gerne hier von uns aus zeitliche Kapazitäten zur Verfügung stellen.
00:11:44: Wir wollen damit anpacken und das soll für uns sozusagen ein neuer Freiraum werden.
00:11:50: Da kann ich mir wirklich nicht vorstellen dass da die Türen geschlossen bleiben wenn man sagt wir machen das gemeinsam und wir kooperieren da und stellen sozusagen Arbeitskraft zur Verfügung von seitender Bevölkerung.
00:12:03: Was für einen Maßnahmenmix braucht es denn, um Freiräume wirklich als Orte der Begegnung und der Kommunikation auch zu schaffen?
00:12:11: Es muss ja möglichst niederschwellig zugänglich sein, offen sein.
00:12:16: Dass er wirklich nutzbar ist und sich hier aufhalten kann und dass er gewisse Qualitäten hat.
00:12:21: Da hilft es einfach mit der Bevölkerung.
00:12:25: die Hauptzieggruppe ist in Austausch zu treten um zu fragen was sind eure Bedarfe?
00:12:30: Was sind euren Wünschen?
00:12:31: Man muss sich auch die Rahmenbedingungen vor Ort ansehen.
00:12:34: also wie finden wir uns einen Kretzel in einem Stadtquartier wo es viele Einfamilienhäuser gibt?
00:12:40: oder ist hier vertichteter Bomber, gibt es hier private Freiflächen?
00:12:43: Dann werden sehr viele Funktionen natürlich auch innerhalb dieser privaten oder halböffentlichen Freiflächen schon erfüllt.
00:12:49: Was kann dann der öffentliche Raum zusätzlich leisten?
00:12:52: Also hier das Gut zu analysieren was es schon gibt und was es noch braucht um die Bevölkerung mitzunehmen gibt im Grunde die besten Aufschlüsse.
00:13:00: Das heißt, man kann das nicht alles so über einen Kamm schären und sagen, dass es immer gültig um Freiraum zu gestalten braucht es das und das, sondern das wird wirklich von Ort abhängig.
00:13:08: Genau!
00:13:08: Einen Standardfreiraum gibt's einfach nicht.
00:13:11: Es ist immer abhängiger vom Standort, den lokalen Rahmenbedingungen und der Bevölkerung, die dort lebt.
00:13:17: Aber einen Ort zu schaffen wo auf jeden Fall auch Natur gut sichtbar ist viel Grün, das bringt doch auch Lebensqualität überall.
00:13:25: Auf jeden Fall.
00:13:26: Also das ist klar, es gibt natürlich Standards, Qualitäten die vor allem wenn wir jetzt die Klimakrise betrachten, die der Raum erfüllen muss.
00:13:34: gerade dass wir uns aufhalten können ohne dass wir jetzt überhitzen, dass es kühl oder angenehm ist, das muss natürlich ein freier Raum erfüllen können aber ich meine von der Ausstattung im Bereich vom Stadtmobiljahr oder den Nutzungen die hier zusätzlich zu dieser Kühlung und natürlich auch zu Themen wie Mobilität standortbezogen.
00:14:00: Wie kann denn der Begriff Gemeinschaftsraum auch erweitert werden?
00:14:04: Also, im Wohnbau gibt es manchmal einen Gemeinschafsraum unten im Keller wo die Kinder spielen können oder so.
00:14:11: aber kann man diesen Begriff vielleicht ein bisschen erweitern denken?
00:14:16: Ich denke der öffentliche Freiraum ist eine Art Gemeinsschaftsraum weil hier die Leute aufeinander treffen und einen sehr wichtigen Beitrag leisten zu diesem Austausch und zu der Integration.
00:14:27: verschiedene Bevölkerungsgruppen usw.
00:14:29: im öffentlichen Raum kommen einfach alle zusammen, unabhängig davon was für ein Hintergrund sie haben aus welchen Lebenssituationen sie kommen und es ist wichtig dass dieser Raum auch für so viele verschiedene Menschen und ihre Bedürfnisse funktioniert.
00:14:43: Ist es in einer gewissen Form wichtig um Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen vielleicht auch mehr soziale Durchmischung zu erzielen?
00:14:50: Auf jeden Fall, also diese Durchmischung von verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist auch wesentlich dass der öffentliche Raum sozusagen funktioniert.
00:14:58: Weil wenn nur einer Bevölkerungsgrupper hier vorherrschen wird er auch von anderen Gruppen nicht mehr angenommen und lässt somit auch dieses Zusammenkommen nicht mehr zu weil es dann auch Barrieren gibt oder man fühlt sich irgendwie nicht willkommen in diesen Raum.
00:15:14: Deshalb ist dieser doch Mischungen ganz besonders wichtig und fangen nur so auch einen gewissen Integrationsbeitrag leisten.
00:15:20: Ich stelle mir, das ist nicht schwierig vor als Planerin wenn man sozusagen sitzt vor dem leeren Blatt und weiß okay der Raum ist jetzt zu gestalten.
00:15:27: Man selber hat eine bestimmte Erwartung was man vom eigenen Freiraum gern hätte.
00:15:30: wie schaffen uns da dann alle mitzudenken dass es eben nicht nur für eine bestimmten Gruppe passt?
00:15:35: Das ist wirklich unglaublich schwierig weil man selbst auch als Planerin denkt man natürlich vor allem auch von seinen Bedürfnissen usw.
00:15:41: weg.
00:15:42: deshalb ist es so wichtig die Bevölkerung mitzunehmen.
00:15:45: Zum Beispiel eben Personen mit Migrationshintergrund sind unglaublich schwierig zu erreichen und deshalb ist es so wichtig, hier gute Kooperationen vor der Stadt auszuschaffen um eben Multiplikatoren zu finden.
00:15:57: In St.
00:15:57: Bölten gibt's zum Beispiel das Büro für Diversität und das Diversity Café und da haben wir einfach sehr guter Kooperationsgrundlagen um auch auf Personen mit dem Migrations-Hintergrund gut zugehen zu können.
00:16:08: Es ist trotzdem nicht einfach also immer eine große Herausforderung alle Personengruppen gut abdecken zu können.
00:16:15: Aber wir merken, dass es besser wird im Vergleich zu noch vor einigen Jahren.
00:16:20: Weil man Erfahrungen sammelt, weil man neue Kooperationen schafft, neue Kontakte knüpft und man auch einfach dazu lernt.
00:16:27: Also zum Beispiel wenn man eine Online-Beteiligung macht was für viele niederschwelliger ist als dieser persönliche Kontakt eben.
00:16:33: Wenn man nicht so diesen Druck hat und was sage ich jetzt?
00:16:35: sondern man kann sich einfach von PC setzen oder auf das Handy ein bisschen besser überlegen.
00:16:40: da ist zb wichtig das auf mehreren Sprachen auch anzubieten und hier gibt es einfach immer mehr Möglichkeiten, um wirklich Bevölkerungsgruppen gut abholen zu können.
00:16:50: Aber ich sage jetzt nicht dass wir das alle jetzt schon perfekt machen oder so sondern da gibt's noch viel Verbesserungspotenzial.
00:16:57: aber ich glaube wenn man mal das Bewusstsein dafür geschaffen hat und das versucht mitzudenken ist schon ein wichtiger Schritt auch getan.
00:17:07: Wie wichtig ist es denn auch, dass man Aktivitäten dort ermöglicht?
00:17:09: Also im städtischen Raum wird zum Beispiel Urban Gardening immer größer oder auch Gemeinschaftsdachflächen die begrünt sind wo man dann eine Art Park aber am Dach hat.
00:17:18: Wie wichtig is es denn das man da auch Aktivität vielleicht macht in Freiraum.
00:17:23: Wir haben einen Prozess gehabt Das war die Neugestaltung von einem Park und da was ganz interessant zu sehen wie unterschiedlich dieser Bewegungsbedarf und Aktivitätsbedarfe sind Und die Fläche ist halt auch immer begrenzt.
00:17:39: Das heißt, man muss sich überlegen wie kann ich was gut kombinieren?
00:17:42: und da gibt es wirklich auch schon sehr gute Lösungen.
00:17:44: Tolle Planungsbüros, die hier gute Lösung anbieten.
00:17:48: Wie habt ihr das dann aufgeteilt?
00:17:50: Im Grunde haben wir versucht eine freie Fläche zu lassen, die wirklich sehr viel so Ballsportarten usw.
00:17:56: möglichen und dann haben wir multifunktionale Flächen im kleineren Raum geschaffen, wo Bouldern funktionieren.
00:18:05: Direkt daneben so basketballmäßig war alles ein bisschen komprimierter aber wirklich möglichst viele Nutzungen unterzubringen.
00:18:12: Es war dann auch interessant weil eine Personengruppe meinte sie würden gerne so Zumba oder sowas machen.
00:18:18: Aber gleichzeitig wollen Sie dass das nicht so einsichtbar ist Weil man will jetzt auch nicht beim Tanzen so unbedingt beobachtet werden und da kann man sich viel mit Pflanzenlösungen helfen.
00:18:27: Gleichzeitig ist es aber trotzdem wichtig, dass jeder Raum einsichtbar ist.
00:18:31: möglich.
00:18:32: Also schon geschützte Bereiche, aber das ist keine Angsträume entstehen.
00:18:35: Es sollte jetzt nicht komplett im Dunkeln sein oder so weil dann ist auch ein Angstraum der zukünftig wahrscheinlich nicht mehr genutzt werden würde.
00:18:43: Kann denn mit solchen Freiräumen und öffentlichen oder halböffentlichen Bereichen die Lebensqualität gesteigert werden?
00:18:49: Auf jeden Fall aus all den Gründen, die wir gerade schon diskutiert haben.
00:18:53: also ich finde Wenn man selbst im Urlaub ist und so durch Innenstädter geht, dann merkt man ja auch dieses Urlaubsgefühl.
00:19:02: Und das A ist so schön da!
00:19:04: Man hält sich da gerne auf und es ist einfach schön noch zu sitzen und die Leute zu beobachten.
00:19:10: Warum sollte das bei uns nicht möglich sein?
00:19:12: Also ich glaube... Das ist irgendwie ein Anspruch, den man schon auch haben kann.
00:19:17: Dass dieses Gefühl von ich will da jetzt einfach nur sitzen und schauen oder sitzen und tratschen oder herumspazieren.
00:19:25: Einfach weil es schön ist und weil's mal gut tut.
00:19:28: warum sollte ich diesen Anspruch nicht bei mir zu Hause haben?
00:19:30: Vor allem auch wenn man sich überlegt dass heutzutage ja viele sich auch einfach kein Haus mehr mit Garten zwingend leisten können und gerade dieses im Draußen sein aber trotzdem irgendwie das noch als eigenes Zuhause zu sehen ja auch ein ganz wichtiger Anspruch fürs Leben
00:19:43: Unbedingt, also wir sehen ja alles wird teurer und Wohnen wird teuerer.
00:19:48: Und viele können sich das auch einfach nicht mehr leisten in der Form wie es früher möglich war.
00:19:53: Wir haben weniger Wohnraum auf zur Verfügung, mehr Menschen leben in einer Wohnheit durch mehrere Generationen
00:20:00: usw.,
00:20:00: und die brauchen genauso auch Rückzugsorte.
00:20:03: Und oft ist dann der Rückzucksort gar nicht in der Wohnung selbst sondern draußen wo ich meine Ruhe habe.
00:20:09: Danke Karina!
00:20:10: Das war heute ein Gespräch mit Karina Wender.
00:20:13: Danke schön.
00:20:18: Das war's mit Lebensraumgestalten für heute!
00:20:21: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann abonniert doch dem Podcast gerne und lasst eine Bewertung da.
00:20:26: Dieser Podcast wird ermöglicht durch Wien Süd – weiterführende Links und Informationen zu unserem Gast findet ihr in den Shownotes.