Lebensraum gestalten

Transkript

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00:00:05: Wann seid ihr das letzte Mal über einen Platz gegangen und habt euch gedacht, ah herrlich hier kann ich mich irgendwie entspannen oder durch eine Gasse geschlendert?

00:00:25: Und man hat sich gedacht diese Gebäude die sind aber echt alle voll schön.

00:00:30: Und wann habt ihr euch das letzte mal in euren eigenen vier Wänden gedacht?

00:00:34: Hier wohnt es sich schön!

00:00:36: Das alles sind Fragen die wir in diesem Podcast besprechen.

00:00:39: Kurz gesagt, es geht einfach darum wie können wir unseren Lebensraum besser sinnvoller nützen und schöner machen.

00:00:47: Mein Name ist Laura Franz und ihr seid mittendrin in der ersten Folge von Lebensraumgestalten ein Podcast von Wien Süd.

00:00:56: Lebensraum ist extrem vielfältig.

00:00:58: er unterscheidet sich je nach Ort Je nach Bezirk je nach Haus je nach Wohnung je nach Stadt oder Land Und je nach Mensch.

00:01:07: Warum es aber so wichtig ist dass wir uns in unserem Lebensraum wohl fühlen wie sich der auch in Zukunft verändern könnte und wer da für die Verantwortung trägt, dass alles bespreche ich heute mit meinem Gast Tareg Leitner, ORF-Channelist seit dem Bildmoderator.

00:01:23: Und prädestiniert für dieses Thema weil er sich auch abseits seines Brotberufs würde ich jetzt mal sagen sehr viel mit diesem Thema schon beschäftigt hat.

00:01:30: Schön, dass du da bist lieber Taregg Leitler.

00:01:32: Danke

00:01:32: für deine Einladung!

00:01:35: Wieso hast Du Dich denn mit diesen Themen schon soviel beschäftigt?

00:01:41: Der Anstoß für mich waren meine Besucher im Salzkammergurt, nachdem meine Frau von Deutsch stammt und ich sozusagen eingewandert bin dann über diese Partnerschaft.

00:01:54: Und mich nicht nur in sie einst verliebt hatte sondern auch in dieser Landschaft und dann erkennen musste bei jedem Besuch der so... dass alle Heiligenzeiten stattgefunden hat, also so im Warnwortsinne.

00:02:08: Alle paar Wochen oder was die man dorthin kommt verändert sich etwas doch sehr einschneidend und das merkt man nur wenn man alle heiligen Zeiten wohin kommt.

00:02:22: Das ist so wie bei den eigenen Kindern deren groß werden wir nicht so wenn sie im gleichen Haushalt wohnen bemerkt und jeden Tag sagt, ja Wahnsinn wie sie sich verändert haben.

00:02:33: Nein das ist jeden Tag ein Stück älter werden und so ist es auch bei unserer Landschaft darunter rum.

00:02:37: da merken wir in der Regel nicht zu sehr wie sie verändern außer in den Gegenden wo wir am allerheiligen Zeiten hinkommen.

00:02:43: und dort habe ich festgestellt jedes mal wenn ich hinkomme ändert sich etwas dass mir unangenehm ist.

00:02:49: und die hat man gedacht und jede einzelne Sache ist könnte man sagen nicht errede wert.

00:02:56: Aber wenn das jedes Mal so ist, wo ich dort hinkomme und immer das dann kurz bis auf mein Lebensende hochgerechnet.

00:03:02: Dann isst man das ein bisschen zu viel.

00:03:04: diesen Phänomenen warum das so ist wollte ich eben in einen Büchern auf den Grund gehen.

00:03:09: Sie haben aber auch eine journalistische Herangehensweise an das ganze gewählt dieses beobachten und darüber schreiben oder?

00:03:15: Ja es ist im Grunde genommen das was meinen Beruf ja sonst noch ausmacht nämlich zu beobachen wie wir als Gesellschaft verfasst sind In welchen Beziehungen wir stehen, je nach Themengebiet und das manifestiert sich letztlich schon in unserer gebauten Lebensumgebung.

00:03:35: Also es schaut da draußen ein bisschen so aus wie es in uns drinnen ausschaut.

00:03:41: Das ist eigentlich das Gleiche was ich sonst auch mache.

00:03:43: aber hier hat's natürlich eine im negativen Sinn auch nachhaltige Beständigkeit weil alles was wir da draußen machen ist nicht so schnell veränderbar zum Beispiel Budgetpolitik.

00:03:55: Da kann man einmal mehr Geld ausgeben oder einmal mehr sparen und man kann eine Regierung abwählen, die andere macht es dann sehr schnell anders.

00:04:03: bei der Bildungspolitik ist vielleicht schon ein bisschen schwierig aber auch die kann man in der nächsten Legislaturperiode ganz anders gestalten und wieder verändern und sagen das machen wir besser.

00:04:11: alles was wird da draußen in die Landschaft stellen auch in die Stadt bauen in Stein gemeißelt oder im Beton gegossen, je nachdem.

00:04:20: Aber es ist jedenfalls für die Ewigkeit gemacht auch wenn vieles nicht so aussieht dass das für die ewigkeit gemacht ist.

00:04:25: Für unsere ewigkeit ist es jedenfalls gemacht weil's in der Regel solange stehen bleibt wie wir alle hier leben Auch die Jüngsten unter uns zuhörerinnen und zuhören.

00:04:38: Jetzt waren wir ein bisschen schon in Richtung negative Dinge Die auffallen in der Landschaft.

00:04:43: noch einmal kurz In ihrem persönlichen Wohn- und Lebensraum.

00:04:46: gibt es da irgendein Highlight Dass sie ganz super finden?

00:04:51: Naja, ich sitze ja gerne in meiner kleinen Bibliothek zu Hause weil sie zwei Allei bietet.

00:04:59: Nämlich einerseits ist das ein kleiner Raum eine abgeschlossenheit und Eingeschlossenheit die ein wunderschöner Denkraum ist wenn man da die Türen zumacht und in diesen vier Wänden sitzt aber gleichzeitig durch Bücher, die darunter rumstehen durch ein Fenster das hinaus auf die Gasse geht und ein Fenstertes in die Wohnung hineingeht wo ich so ein bisschen auf den Gang sehe es eine Öffnung nach draußen ist.

00:05:24: Also sozusagen durch die Bücher geistig nach draußen aber durch die Fenster kann man auch so sagen real nach draußen schauen und gleichzeitig ist es so ein Kokon in dem man selbstexperimentell dahin denken kann.

00:05:41: Ich finde einen wunderbaren Raum.

00:05:43: und weil sie eingangs gefragt haben, wann man so das letzte mal dran gedacht hat dass man zu Hause in einer schönen Lebensumgebung ist... Das war bei mir sozusagen vor ein paar Minuten bevor ich hierher aufgebrochen bin, aber da wäre es jetzt eigentlich auch noch ganz schön sitzen und einen Kaffee zu trinken.

00:06:01: Aber das setzt ihm voraus vielleicht kommen wir darauf auch noch dass man sich im Vorfeld solcher Gestaltungen ganz bewusst damit befasst, wie man sich in welcher Umgebung er spürt.

00:06:15: Ja genau da wollte ich jetzt eher auch hinkommen und zwar haben Sie einen Tipp?

00:06:19: was kann denn der Einzelne die einzelnen tun um den eigenen Lebensraum bewusster und besser zu gestalten?

00:06:25: Das ist ganz einfach glaube ich und etwas das man vielleicht nicht einmal in der Schule lernen müsste.

00:06:31: aber ich kann mir auf jeden Fall erinnern Der Bild einer richtigen Erziehung, also im Zeichenunterricht Vulgo, gelernt manchmal irgendwo in der Stadt auf Exkursionen wohin zu schauen.

00:06:41: Ganz bewusst sich das anzuschauen und dann zu überlegen was das mit einem macht wie man auch körperlich vielleicht darauf reagiert weil man entusiasmiert ist wie toll es auf einen Platz ist über dem er gerade geht und etwas sieht eine Stadtlandschaft sieht ein Skyline sieht wie immer Nur manchmal ganz kurz stehen zu bleiben und sich das zu überlegen, ist ein erster Schritt mit dem schon irrsinnig viel gewonnen ist.

00:07:10: Also ein Stück weit dieses Bildungsaufgabe.

00:07:13: Das Interessante ist dass wir diese Gabe als Touristen meistens ganz von alleine entwickeln.

00:07:22: da wissen wir immer sehr schnell was schönes und finden uns Meistens sind es uns dann zu viele, auf den gleichen Plätzen ein.

00:07:31: Also wenn wir in Ruhe an Kaffee trinken wollen treffen alle Leute wieder mit die man sozusagen angereist ist und da wissen wir ganz genau was schön und wo's schirch ist.

00:07:42: Wenns aber um unsere angestammten heimatlichen Orte und Plätze geht Dann verlässt uns dieses Gefühl oft.

00:07:51: Das ist ein merkwürdiges Paradox, dass das einerseits so klar ist und dann wiederum dort wo wir ja viel mehr Zeit verbringen nicht mehr so klar sind.

00:08:02: Hat das auch einen Zusammenhang damit, dass wir uns in unserer Lebensumgebung offen auch die eine oder andere Hässlichkeit gefallen lassen?

00:08:10: Und das gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, dass zum Beispiel riesige Leuchtreklammen überall herum stehen fast Foodketten, Baumärkte mit riesigen Parkplätzen.

00:08:18: Das ist auch interessant.

00:08:19: Ich glaube ja, dass es nicht irgendwo am Beamten gibt in irgendeiner Behörde der sagt denen machen wir's dort mal richtig schier und ärgern die damit.

00:08:31: das passiert uns als Gesellschaft.

00:08:33: also ich glaub vielfach ist diese Atmosphäre die wir an manchen Orten schaffen basiert uns als gesellschaft und das ist auch wiederum interessant dass wir in einer zeit leben so viele Normen hat, wie er sie noch nie gegeben hat.

00:08:51: Also in der Siedlungsgeschichte der Menschheit, das ist ohne Zweifel zu konstatieren, hat es nur nie so viele Gesetzeverordnungen, Ingenieursnormen was auch immer gegeben... Wie heute und ich glaube Architektinnen und Architekten stöhnen darunter dass sie jetzt ja noch ein paar drauf kriegen an solche Normen sozusagen auf den Stapel dessen woran sie sich halten müssen.

00:09:18: Irgendwann plant das sich schon fast von allein.

00:09:20: Das Bauwerk, weil man sich an so viele Vorgaben halten muss.

00:09:24: und das Paradoxe daran ist dass wir obwohl wir so viele vorgaben unseres Gesellschafts selber machen auch noch nie so unzufrieden waren damit wie sie alles entwickelt da draußen ja also vor allem in diesen Hybridräumen zwischen urbaner örtlichkeit und dem was man gemeinhin Am Land nennt ja alles, was da so dazwischen ist.

00:09:46: Diese Hybridräume, diese Nichtorte die immer mehr und immer größer werden und Raum greifen und Platz greifen Das ist ein merkwürdiges Paradox das es also nicht hilft nur noch eine Norm mehr zu erlassen.

00:10:00: ums uns schönzumachen.

00:10:02: Könnte das aber nicht vielleicht auch an unserem Rechtsverständnis liegen, dass wir dann Gesetze genau als Mindeststandards sehen über die wir nicht hinausgehen?

00:10:08: Man könnte auch sagen okay, das ist die Mindestvorgabe.

00:10:10: Aber wenn ich es viel schöner machen möchte als Architekt, dann habe ich trotzdem noch die Möglichkeit.

00:10:14: Genau!

00:10:15: Das ist ein guter Gedanke.

00:10:16: Sozusagen... Ein Naturschutzgebiet im Sinne jetzt von ästhetischem Schutz einer Region analog dazu unter Denkmalschutzgestellte Gebäude oder Assamelschutz gestellte Kretzern haben genau das zur Folge, dass man sagt, da tun wir eh den Glassturz drüber.

00:10:38: Das ist uns meist wiederum aus kommerziellen Gründen heilig, weil das irgendwie gut ist für einen Tourismus oder für sonst irgendwas.

00:10:46: Also wieder mit einem kommerziellem Hintergedanken und auf der anderen Seite können wir daher umso brutaler vorgehen und umso monströsere Sachen bauen.

00:10:54: also das ist glaube ich in vielen Lebensbereichen so, dass mir irgendwann ein Schutz darüber stülpt in anderen Bereichen wieder um so rücksichtsloser oder hemmungsloser vorgehen zu können.

00:11:07: Ist nicht so gut, weil diese Orte natürlich immer kleiner werden und was mir sehr wichtig ist aus dem normalen Lebenszusammenhang herausgenommen wird.

00:11:16: Es kommt eine Disney-Lendifizierung wenn man sowas macht dann etwas ist.

00:11:25: Da muss man hinschauen, weil da ist es noch schön.

00:11:28: Das ist sozusagen die Hochkonjunktur dieser braunen Hinweis-Dafeln wo wir uns selber als Gesellschaft darauf aufmerksam machen, Liebeskirchel zweihundert Meter links, da muss man abbiegen hinter einer Lärmschutzwand findet man doch noch etwas.

00:11:41: was Schönes.

00:11:41: Überraschung.

00:11:43: aber das ist ja aus dem normalen Lebenszusammenhang herausgenommen und etwas Artifizielles geworden.

00:11:48: plötzlich obwohl es eine kultur historische Selbstverständlichkeit wäre, das auf dem Weg in die Arbeit zu begegnen und zu sagen, ich komme in einer schönen Gegend herum.

00:12:06: Was ist denn Ihr Eindruck?

00:12:07: In Österreich welche Erwartungen haben wir an unseren Unmittelbahn-Lebensraumen?

00:12:14: Erwartung!

00:12:15: Ich glaube wir sind erstens einmal... haben wir uns selbst ein bisschen infiziert an unsere Bundeshymne und glauben wirklich begnadet zu sein für das Schöne, um eine so schöne Landschaft zu haben.

00:12:28: Nämlich auch baukulturelle Landschafts zu haben in Österreich nicht nur durch die Bundeshymen infiziert sondern durchaus vielleicht durch die Tourismuswerbung etc.

00:12:39: also da sind ja gewissen Klischees verfallen und glauben das ist wirklich noch so.

00:12:43: wenn wir da genauer hinschauen dann ist es natürlich nicht so.

00:12:49: Es ist vielleicht noch mehr eine Frage der Zeit, bis wir uns verbieten eine so unechte Werbung zu machen.

00:12:54: Also mit Landschaftsanmutungen die es in dieser Form natürlich nicht gibt.

00:12:58: Die Frage ist ob umgekehrt das echte Abbild irgendjemanden reizt diesen Ort zu besuchen?

00:13:08: Aber die Erwartungen haben wir natürlich immer weil es so Idealforstellungen von Landschaften gibt.

00:13:13: Weil jetzt erstes soll's kann man gut erwähnt habe wenn ich diesen Ort, das Begrifflichkeit jetzt also ins Publikum werfen.

00:13:21: Dann hat jeder so Idealforstellungen davon wie es dort ausschaut.

00:13:25: Tatsächlich ist es aber natürlich ganz anders.

00:13:28: Also bis ich an diesem Ort komme wo's so ausschalt, wie ich mir jetzt vorstelle dass Salzkamer gut ausschauen könnte brauche ich ewig.

00:13:35: Also jedenfalls ein paar Stunden nicht?

00:13:36: Wenn man von der Westautobahn da irgendwo abfährt in der Nähe fahrt man zuerst einmal sozusagen durch diese Nichtorte und Hybridgegenden, die ich ja angesprochen habe von Baumarkt-Schuhschachteln umgeben.

00:13:49: Das schaut so aus wie zwischen Schwächer und Wiener Stadtrand oder so.

00:13:53: Also da ist kein Unterschied.

00:13:57: D.h.,

00:13:57: die Erwartung ist immer ein Sehensuchtsort.

00:14:00: Ich finde es aber legitim dass wir sagen dem wollen wir aber auch nahe kommen und nicht dagegen protestieren und sagen na na das sind Vorstellungen nur einem Ideal nachhängen, aber mit den ökonomischen Herausforderungen unserer Realität nichts zu tun haben.

00:14:20: Das ist glaube ich nicht unbedingt immer

00:14:22: Widerspruch.".

00:14:23: Aber glauben Sie mit der Kommerzialisierung in der sich unsere Gesellschaft befindet?

00:14:26: Da denkt man allein an Social Media wie viele Werbung kommerzielles da uns tagtäglich begegnet!

00:14:32: Ist es überhaupt noch möglich diese Erwartungen zu erfüllen oder geht das kommerzielle nicht immer vor?

00:14:38: Zwei Dinge.

00:14:39: Natürlich ist das Argument obates Rechenzieh ein Totschlagargument für so gut wie alles was wir auch kulturell machen, also was man irgendwo hinstellen.

00:14:48: Weil mit diesem Argument muss dann jeder sagen naja wann soll sie rechend also gut sein?

00:14:57: und es ist ja oft hat sich ein bisschen den anscheinendes Querolatorischen wenn Menschen gegen sowas auftreten und sagen aber das ist nicht schön da und das wollen wir anders haben.

00:15:07: Das verstehe ich, dass das so ist und es querolatorisch daherkommen kann.

00:15:11: Aber es geht ja immer um die Summe all dessen was wir da tun.

00:15:14: Also irgendwo muss man dann sagen, das hat eine Grenze!

00:15:17: Die müssen wir uns jetzt selbst machen diese Grenzen.

00:15:20: Früher waren die Grenzen natürlich durch die Natur gegeben.

00:15:23: Lawinen, Zonen Hochwassergebiete, Sumpfgebietenwälder, Hochalpinebereiche... Da sind wir sozusagen siedlungsmäßig bis vor ein paar Jahrzehnten noch nicht vorgetrungen.

00:15:36: Das sind für uns natürlich jetzt technisch keine Grenzen mehr.

00:15:38: Wir müssen diese Grenzen anders suchen oder sie anders festlegen und diese Nutzungen alles überall immer verfügbar zu haben, uns klarmachen dass das nicht die Option ist für die Weiterentwicklung unseres begrenzten Raumes den wir haben.

00:15:56: Und da sind mir sozusagen bei dem generellen Mindset vielleicht die Digitalisierung nicht nur Social Media aber die Digitalisierung ganz grundsätzlich mit uns gemacht hat, nämlich wie gesagt alles immer überall zu jedem Zeitpunkt sofort zur Verfügung zu haben.

00:16:12: Das ist im digitalen Raum etwas anderes weil wenn ich das am Handy habe dass ich mir jederzeit diesen Podcast beispielsweise anhören kann dann so sagen macht es vielleicht was mit unseren persönlichen Beziehungen.

00:16:23: das kann man aber wieder ändern.

00:16:25: Aber in der Landschaft bildet sich das ab verfügbar zu haben, zeigt sich eben darin dass wir alles überall hinbauen und dann alle Nutzungsmöglichkeiten überall vorfinden.

00:16:45: Das heißt sie würden befürworten wenn es quasi Grenzen für Unästhetik gibt?

00:16:52: Na ja die solltet bei null sein.

00:16:53: Da würde ich nicht sagen da machen wir's schier und da schön das ist ja keine... Wir sind ja also eine mobile Gesellschaft ist es ja doch nur legitim, dass wir alle diese Durchgangsräume in denen wie uns befinden auch in einer Form gestalten die uns zuträglich ist.

00:17:14: Wir sind eine so mobile Gesellschaft das man oft sagen muss schön sein zum Beispiel eben im Arbeitsbereich weil da sitzen sie ein paar Stunden ich wüsste bei mir zu Hause schön haben weil ich glaube da wohne ich da bin wahrscheinlich am aller wenigsten.

00:17:27: also wenn man sich so etwas anschaut wo man im Wachen leben isst dann ist man vielleicht wirklich gar nicht so oft zu Hause.

00:17:37: Das heißt, wo sind wir?

00:17:39: Wir bewegen uns irrsinnig viel durch den Raum und haben aber sozusagen keine anfordernden Ansprüche an diese Durchgangsräume.

00:17:48: Wenn wir sagen, das ist eine E-Durchgangsröme.

00:17:49: Transiträume!

00:17:51: Also der Transitraum am Flughafen heisst auch so... Das sind ja irgendwie die hässlichsten Räume, die es gibt.

00:17:56: Da würde man nie wenn ein Raum so gestaltet ist hingehen, weil man sagt da will ich gemütlich mit einer Freundin oder einem Freund einen Kaffee trinken gehen.

00:18:05: Wenn es wohl so ausschaut, dann suche ich mir lieber ein anderes Café aus.

00:18:08: Dort sind wir weil wir nicht anders können und auf das nächste Flugzeug warten und heute nicht rauskennen, wenn wir durch den Zoll oder sonst irgendwas wollen.

00:18:16: Aber in dieser Art der Transiträume gestalten wir sehr viel unserer Durchgangsräume ohne zu berücksichtigen dass es vielfach doch die Räume sind, in denen wir uns am allermeisten aufhalten also eine U-Bahnstation beispielsweise müssen nicht alle so wie in Moska ausschauen.

00:18:30: aber das ist schon Warum es einen Sinn hat, unsere Räume in denen wir uns nur so Durchgangs bewegen.

00:18:40: So zu gestalten dass sie uns in unserem Leben zuträglich sind weil wir uns viele Stunden dort aufhalten.

00:18:46: Glauben Sie hätte das auch wieder einen positiven Effekt auf die Gesellschaft?

00:18:50: Ja das hat sich immer!

00:18:52: Das hat ja als erstes aber ein positiven effekt auf uns persönlich.

00:18:59: Schierenraum keine schöne Zeit haben können.

00:19:01: Das ist relativ einfach, ja?

00:19:03: Also die Podcasts zu hören und Hörer sehen jetzt nicht wo wir sitzen.

00:19:08: aber denjenigen die persönliche hergekommen sind erleben glaube ich hier einen Raum der eine Atmosphäre hat Zuträglich ist.

00:19:20: Selbst das fadeste Gespräch würden wir hier es führen und sich langweilen, dann ist zumindest der Raum so, dass man sagt, so schlimm war's gar nicht.

00:19:29: Weil man kann irgendwie die Gedanken schweifen lassen, schaut sich da die Holzverkleidung an oder das Gewölbe... Oder irgendwie bleibt das Auge wo hängen und das eine oder andere Bild her.

00:19:41: Und man is in einer angenehmen Atmosphäre.

00:19:42: also das macht schon mit uns persönlich was ja umso mehr dann mit einer Gesellschaft großen Raum in einer Lebensumgebung zusammenkommt, die dem einzelnen Zuträglich ist und somit dann auch den Gefühlen miteinander.

00:19:55: Aber ich glaube das ist ja auch schon mittlerweile eine alte Pinzenweise, dass es so manche Bauformen und Wohn- und Siedlungsformen gibt, die sozial gescheitert

00:20:02: sind.".

00:20:05: Wie sieht sie mit der Zukunftsperspektive aus?

00:20:08: Glauben Sie können wir unsere Erwartungen an... unserem Lebensraum und auch unseren Jetztzustand, den wir haben.

00:20:15: Es gibt ja doch auch etliche schöne Fleckchen in Österreich.

00:20:18: Können wird die in Zukunft erhalten?

00:20:21: Selbstverständlich dazu tragen natürlich Gespräche wie unsere Respeit, dass man vielleicht wieder mit einem aufmerksameren Blick durch diese unsere Landschaft geht wenngleich wir glaube ich auch eine kleine Triggerwarnung vor dieses Gespräch setzen müssen.

00:20:37: so manches was man sich dann bewusster anschaut aufgrund dieser Podcastreihe beeinträchtigt einen natürlich auch, weil man natürlich manche Sachen sieht wo man gesagt hat das hab ich übersehen.

00:20:47: Weil es ist so langsam immer schiercher geworden und auf meinem Arbeitsweg.

00:20:50: Und jetzt hier geht's erst genau weiter.

00:20:52: Leitende in dem Podcast sagten muss ich mal hinschauen nicht?

00:20:55: Das ärge ich mir jeden Tag.

00:20:56: also das ist eine kleine Warnung die man diesem Gespräch natürlich voran stellen müsste.

00:21:00: aber da ist ja schon etwas erreicht mit dieser Einstellung und ich glaube dass ist ein erster Schritt.

00:21:07: Wir müssen doch irgendwie schauen, dass wir so manche Nutzungen auf manche Bereiche beschränken oder konzentrieren.

00:21:17: Das heißt es ist politisch jetzt eine größere Anstrengung notwendig Funktionen von Räumen und Orten auszuhandeln.

00:21:27: In der Stadt ist das jetzt schon notwendig weil es in der inneren dichten verbauten Stadt wie in diesem Bezirk wird nie mehr größer so gut wie zu hundert Prozent verbaut.

00:21:38: Also jede andere Nutzung muss ausgehandelt werden, ob diese Straße da draußen einbahn- durchzugstrasse mit Parkplätzen oder Fahrradstraße ist die in jede Richtung geht und sozusagen eine Begegnungszone wieder muss ausgehandelt werden.

00:21:54: das ist mühsam.

00:21:56: im ländlichen Bereich haben wir sehr lange additiv das eine an das andere gereiht uns immer weiter ausgebreitet, nicht mehr in so konzentrischen Kreisen wie das Jahrhunderte lang der Fall war sondern dann sehr schnell in die Fläche hinein ausgebreitet und haben uns sozusagen diese Mühe nicht gemacht.

00:22:14: Wir haben gesagt um das Brauch Mano also setzt man das dran und dann braucht man noch was und dann nur irgendeinen Diskontmarkt oder einen Gebrauchtwagen, Händler usw.

00:22:22: viel Fläche gebraucht und eines nach dem anderen gesetzt.

00:22:24: Also additiv eines nachdem anderem.

00:22:26: aber wir müssen alternativ denken brauchen wir das eine oder das andere?

00:22:30: Der Raum wird eben nicht mehr, so wie wir nicht irgendwo in einen Angriffskrieg führen.

00:22:35: Und selbst dann fällt er woanders.

00:22:36: Also es ist... Es bleibt bei den dreiundachtzigtausend Quadratkilometern die wir in Österreich haben und das muss man aushandeln.

00:22:44: Das wird immer wichtiger und schwieriger.

00:22:47: Wird's nicht leichter, aber auch ... Sie haben über die Stadt gesprochen.

00:22:51: Im Stadtbild enorme Veränderungen brauchen in den nächsten Jahrzehnten, um für künftige Generationen überhaupt noch ein Leben in der Stadt zu ermöglichen.

00:22:58: Wenn man jetzt an Klimaerwärmung denkt das wird alles immer noch aus Beton gemacht, dass es die Städte erhitzen sich.

00:23:03: Ja

00:23:04: da ändert sich aber glaube ich das Stadtbild in seiner Gesamtanmutung nicht so sehr.

00:23:09: Jetzt kommen wir mit dem Ortsbild-Debatte.

00:23:11: Also ich glaub' das was wir jetzt sehen ist ja zwar eine Veränderung von Nutzungen Aber nicht unbedingt das Stadtbild.

00:23:21: Ich habe mich mit dem siebten Bezirk, weil es mein Heimatbezirk ist zuletzt in einem wunderschönen Bild-Textband befasst und der gilt ja so ein bisschen als Gott sei bei uns des experimentellen Raums mit irgendwelchen Absurditäten und Abwegeigkeiten wie man meint, wie so Sprühnebeln, der da erfunden wurde auf der Straße die Mutter aller Begegnungszonen Marilverstraße jetzt auch schon Zeit vorher, stammt von dort und so weiter.

00:23:48: Und manche andere Dinge auch.

00:23:50: Ich glaube da ändert sich vieles was wir im öffentlichen Raum sehen und wie der öffentliche Raum genützt wird.

00:23:58: das macht es in vielen Bereichen zuträglicher für die Menschen die dort leben arbeiten die diesen Raum als Durchgangsraum nützen.

00:24:07: aber dass ich das Stadtbild zu sehr verändern würde nämlich nicht war ganz im Gegenteil.

00:24:13: Das ist ja das Schöne.

00:24:15: Es hat etwas Stabilität vermittelndes, in dem Fall weil es einen hohen Anteil an Jahrhundertwände bauten.

00:24:25: Aber das muss gar nicht sein nur wenn man diesen klassischen Altbau dort vorfindet sondern es hat immer und das will der Mensch grundsätzlich auch eine gewisse Stabilität der baulichen Umgebung Weil sie ja eine Erzählung mittransportiert, meistens übers eigene Leben.

00:24:45: Die eigene Erinnerung die man in diesem Kreitzel haut indem er vielleicht aufgewachsen ist oder schon einige Jahre lebt.

00:24:51: das will wir in der Regel nicht allzu radikal immer wieder verändert haben.

00:24:55: aber die Nutzungen im öffentlichen Raum die drehen sich jetzt glaube ich und fossile Energieträger hin oder her weil es ist sozusagen wie den neuen Diskussion steht durch globale wirtschaftliche Verwerfungen dass individuelle Automobil ohne Zweifel am Rückzug wieder.

00:25:12: Und wir sehen das ja, wenn es um ökonomische Bewertungen geht – nicht jetzt nur um idealistische Zuschreibungen des guten Wohnens im urbanen Bereich sondern mit so einem Ökonomischen Bewertung geht – dann sind doch alle die Gretzeln – da sieht man auch in Wien – die teureren, wo der Individualverkehr immer weiter zurückgetränkt wird?

00:25:32: Wie sehr das jetzt kausal ist, ob das weiss oder teuer ist, zurückgedrängt oder durch das Zerügt dringend teurer wird….

00:25:38: Auch eine eigene Podcastfolge!

00:25:40: Vielleicht liegt es auch daran, dass gerade wenn man in seinem Bezirk denkt hier halt auch von der Politik sehr viele Signale gesetzt werden.

00:25:47: In Richtung öffentlicher Verkehr gibt es viele Möglichkeiten auf Räder umzusteigen.

00:25:51: Es wird die Umgebung so gemacht, dass man gerne im Rad fährt.

00:25:54: Wenn man jetzt zum Beispiel an den Dreiundzwanzigsten Bezirke denkt Von dort mit dem Rad hinzukommen ist schon ein bisschen schwieriger.

00:26:01: Ich habe die Beobachtungen gemacht.

00:26:03: das ist erstens von der Politik natürlich abhängt, aber nicht unbedingt parteipolitisch indiziert ist wie es weitergeht.

00:26:10: Das ist schon interessant dass politische Farbwechsel in so unterschiedlichen Bezirken eigentlich alle die selbe Zielrichtung hatten.

00:26:19: So habe ich's auf jeden Fall in den letzten zehn, fünfzehn Jahren beobachtet was Rückbau betrifft von reinen ausschliesslichen Verkehrsflächen für den motorisierten Individualverkehr.

00:26:32: Das ist eigentlich überall gleich zurückgegangen, dass es in mancher anderen Bezirken jetzt andere Herausforderungen gibt weil sie eine andere Struktur aufweisen, ist klar.

00:26:40: aber wenn wir jetzt auf den wirklich dicht verbauten urbanen Bereich blicken dann sind die eigentlich überall sehr ähnlich.

00:26:46: diese Entwicklungen das wirklich wurscht welche Kohleuer die beziehungsvollstehung hört.

00:26:52: Jetzt sind wir eher schon ein bisschen beim Thema Verantwortlichkeiten.

00:26:55: Wen sehen Sie denn in der Verantwortung, dass wir die Erwartungen an unseren Lebensraum erfüllen können?

00:26:59: Dass wir unsere Lebensräume besser machen können.

00:27:01: Ist es die Politik?

00:27:02: ist es die Wirtschaft oder

00:27:08: die Einzelne?

00:27:09: Die Einzelnen will ich nie abwälzen weil das sind Fragen des Zusammenlebens, die der Einzelner zwar auch immer bis zu einem gewissen Grad beeinflussen kann in der eigenen Wohnung auf jeden Fall.

00:27:23: So ist der Einzelne sein und bleiben, ja?

00:27:25: Aber was die Gestaltung des Lebensraums betrifft, den unser Zusammenleben ausmacht oder indem unser Zusammenlehm stattfindet, da will ich das nicht abwälzen auf dem Einzelnen wie das überhaupt ungern tun in vielen Lebensbereichen.

00:27:39: Weiß ich der Einzeln nicht an... Aus dem Geflecht- oder Zusammenhang, wie unsere Wirtschaft und Gesellschaft funktioniert herausnehmen müsste ein Stück weit.

00:27:49: Das ist oft mit Nachteilen oder mit mehr Mühe verbunden.

00:27:53: Und die, die das nicht tun haben dann den Vorteil davon.

00:27:57: Das kann nicht sein dass der einzelne Handelnde sagt ja aber wenn ich auf der grünen Wiese ganz groß irgendwas ausrolle ohne mir zu überlegen wie man es vielleicht ökologisch ästhetisch besser machen könnte und da nehme ich die Vorteile finde ich das nicht richtig.

00:28:18: Also die Wirtschaftsheurwick, wo es versuchen können was im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten richtig ist.

00:28:25: Der Einzelne sollte selbiges können und im Bereich darauf schauen dass er sowieso jetzt selber schön macht.

00:28:31: aber und jetzt immer beim Punkt politisch müssen wir uns aushandeln miteinander, dass wir diese Rahmenbedingungen setzen, die uns zuträgliche Lebensumgebung zum Ziel hat.

00:28:45: Vielleicht gelingt das nicht über Normen, die noch kleinteiliger sind.

00:28:51: Fürstausrichtungen und Sprisseln bei der Fensterteilung

00:28:54: usw.,

00:28:55: wie wir es vielfach erleben, sind vielleicht nicht das Rezept dazu uns insgesamt diesen Lebensraum zu bringen, der die Kriterien erfüllt, über die wir da gerade sprechen.

00:29:08: Es sind möglicherweise andere große Linien Aber die müssen wir uns politisch aushandeln.

00:29:14: Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Erkenntnis für diesen Bereich des Lebens – nämlich der Gestaltung unserer Lebensumgebung -, dass das nur durch Rahmenbedingungen, die wir als Gesellschaft insgesamt setzen, erreicht werden kann.

00:29:28: Nicht durch ein vorangehendes Einzelnen, der besonders vorbildlich lebt.

00:29:33: wie soll ich das ausschauen?

00:29:34: Wie soll er einzelner Platz sparen sozusagen?

00:29:37: Das heißt, Rahmenbedienungen von der Politik die jetzt nicht auf kleinteiliges Bauen abstellen, sondern eher das große Ganze mitdenken?

00:29:48: Ja genau.

00:29:48: Das ist ja auch ein Schritt der uns jetzt gerade ein Stück weit schwerfällt weil wir in zwei Generationen so in den letzten zwei Generation eine Explosion der persönlichen Mobilität haben.

00:29:59: ich vergleicht es immer gern mit dem mariateresianischen Ansatz des Bezirksgerichts, das nur eine Tagesreise weit vom Wohnort entfernt sein soll.

00:30:10: Also da hat es die Idee gegeben, dass man sagt jeder in Österreich so bin in einer Tagesreize ein Bezirsgericht aufsuchen können.

00:30:17: Demzufolge bräuchten wir in Österreich genau eines nur noch weil jeder kommt von Burgenland bis zum Bodensee in Antog vor Westner Ost.

00:30:26: Da werden aber die Bezirksrichterinnen und Richtern dem Gericht nicht glücklich werden!

00:30:30: Ja, ja, weil man könnte ein großes machen.

00:30:31: Also es hätte dieser Weg... Ich will damit zum Ausdruck bringen dass halt unsere Mobilität unser Aktionsradius ein ganz anderer geworden ist.

00:30:39: Wir denken natürlich immer noch In vielen Bereichen der Raumplanung natürlich in kommunalen Grenzen.

00:30:47: jemand der im Burgenland Lebt und in Wien arbeitet, braucht möglicherweise nur eine Stunde in die Arbeit.

00:30:55: Jemand der in Wiem lebt und im Wien arbeitet, braucht vielleicht eine Stunde zehn in die Arbeit.

00:31:01: Also da hat sich so viel verschoben am Blick auf die Welt oder an Aktionsradius unserer Gesellschaft dass wir den Blick auf Die Welt einfach größer fassen müssen ein bisschen weiter hinaufsteigen müssen auf der Leiter Und die Vogelperspektive noch ein Stück vergrößern müssen und das wird die Nutzung so mancher Räume eine Stufe weiter oben betrachten.

00:31:25: Die Gemeinde als Bezugsgröße ist ohne Zweifel zu klein geworden, behaupte ich.

00:31:35: Jetzt könnten wir wieder ein großes Unterkapitel der Kompetenzverteilung und wofür sie zuständig sind eröffnen.

00:31:43: Aber ich glaube, das ist auch keine blöde Überlegung die man gerade in diesem Zusammenhang anstellen könnte weil es viel damit zu tun hat wie's da draußen ausschaut.

00:31:53: Also eben die vielen kleinen Gemeinden auch eher in größere Regionen denken?

00:31:57: Das tun ja viele auch schon wenns darum geht dass nicht jeder aufgrund der Kommunalsteuer sozusagen einen Wettbewerb um die Schirche mitmacht und versucht noch irgendwas aufs eigene Gemeindegebiet zu ziehen sondern überregional Kooperationen zu schließen, die eine Aufteilung solcher Einnahmen vorsieht.

00:32:18: Aber die Konzentration von Nutzungsarten – also Gewerbegebiet beispielsweise an einem Ort zu belassen, der halt zufälligerweise in einer von fünf Gemeinden liegt.

00:32:32: Leicht ist das nicht!

00:32:33: Es macht heute weitere Aushandlungshürden aus, die die Nutzung unseres Raumes dann am Ende

00:32:41: determinieren.".

00:32:41: Und es heißt, dass bestimmte Personengruppen oder Menschen Macht abgeben müssen.

00:32:46: Wenn man die kleinste Kommunal-Ebene ausdehnt – also allein zum Beispiel beim Thema Spitäler wissen wir das mit den Regionen eher nicht.

00:32:52: schwierig ist davon den kleinsten Gemeinden einfach ins größere Denken zu kommen.

00:32:57: und wenn's dann darum geht vielleicht umgestaltung glaube ich wirds schwierig, wenn Leute Macht abgibben müssen?

00:33:02: Ja!

00:33:03: Man sagt zwar immer Wir können an Ort und Stelle am besten entscheiden was gut für uns.

00:33:08: Das ist immer so ein vermeintliches Killerargument dagegen.

00:33:12: Aber ich bin wirklich fest davon überzeugt, dass unser menschlicher Aktionsradius das, wo wir jeden Tag hinkommen nur durch unsere Aktivitäten wie in die Arbeit fahren, wie gesagt vom Burgenland nach Wien, das ist für sehr viele Pendler Realität.

00:33:28: Wenn wir irgendwo Sport betreiben dann ist es eben nicht vor der Haustür sondern irgendwo... weiter weg, wo wir vielleicht mit dem Auto hinfahren.

00:33:34: Einkaufen nicht vor der Tür ist sondern es uns so gestaltet haben dass wir angewiesen wurden auf das Auto am Land vor allem.

00:33:43: Also unser Aktionsradius ist viel größer und das betrifft viele Aspekte unseres Lebens, die wir eben von einer höheren Perspektive aus sehen müssen.

00:33:52: Das ist eigentlich jetzt nicht eine ideologische Frage, wie viel Subsidiarität braucht es oder ist noch gesund für ein effektives Handeln können?

00:34:01: Sondern das ist eigentlich eine folgendechnische Entwicklung, nämlich Mobilität im weitesten Sinn.

00:34:10: Ich will jetzt gerne am Schluss noch zu einem anderen Thema kommen.

00:34:12: Und zwar, Lebensraum heißt auch oft Raum mit Menschen teilen.

00:34:16: Warum ist denn das von zentraler Bedeutung?

00:34:19: Welche Erwartungen haben wir einerseits an die Gemeinschaft und welche Rolle spielen hier Begegnungsräume?

00:34:25: Und dann gleich daran anschließend warum es wichtig für die soziale Durchmischung ist dass wir solche Begegenungsräumen haben in denen wir uns gern aufhalten.

00:34:32: Das ist schön weil ich schon gesagt habe In meinem Bezirk ist die Mutter aller Begegnungszonen gewesen.

00:34:36: Heiß und Stritt nicht gab heute unvorstellbar, dass es wieder anders wäre, dass da die Lkw durchdommeln.

00:34:43: Und das ist aus einem Grund ganz wichtig weil wir tendenziell durch die Digitalisierung uns voneinander entfernen.

00:34:53: was die reale Begegenung betrifft Wir kennen sehr viel im Homeoffice machen Office-Sinn machen wir es für uns.

00:35:03: Selbst im Großraumbüro, ich kenne das.

00:35:05: Vierhundert Leute, manche kenne ich nicht.

00:35:08: Also das Großraumbuch hat nicht dazu geführt dass sich die Leute kennenlernen sondern ihm macht natürlich auch alles auf mein Computer und schickt wenn er E-Mail der in demselben Raum sitzt.

00:35:18: Also reale Begegnungen, das ist jetzt keine große Erkenntnis von uns hier in diesem Podcast nehmen natürlich ab!

00:35:24: Insofern ist es interessant wie wir realen Begegningen doch wieder fördern können Und dazu tragen Begegnungszonen, und damit meine ich jetzt nicht einem verkehrstechnischen Sinn nach STVO.

00:35:38: Zonen der Begegnung in der realen Welt sehr bei.

00:35:42: Ich finde es wirklich interessant zu beobachten was die Zurücknahme von Regulativen in solchen Bereichen mit uns macht wie wir aufeinander Rücksicht nehmen und schauen vor allem nicht kommerzialisierten Bereichen zusammenkommen können.

00:36:03: Und daher, wenn das primat des motorisierten Individualverkehrs in solchen urbanen Räumen ein Stück weit nicht komplett, aber ein Stück weiter zurückgedrängt wird öffnet das neue Räume und ich glaube dass das so eine Gegenbewegung zur rein digitalen Begegnung ist, dass es bei solchen Gelegenheiten mehrere Möglichkeiten gibt, miteinander ins Gespräch zu kommen und andere Menschen zumindest nur zu sehen.

00:36:30: Also die eigene Bubble verlassen zu können?

00:36:33: Zumindest für den kurzen Augenblick.

00:36:34: Er bleibt immer in seinem Milieu verhaftet klarerweise.

00:36:38: Das ist mir schon zu hochgegriffen geradezu ja.

00:36:40: also ich denke das ist was Verständliches dass er auf der Straße anderen Menschen begegne Und sehe wie die Welt rund um mich ausschaut.

00:36:48: also ich glaube das ist etwas gerade so selbstverständliches

00:36:53: das Handy die ganze Zeit vor dem Gesicht ist, dann fällt es auch schwerer Räume und Menschen in diesen Begegnungsräumen wahrzunehmen oder?

00:37:01: Das geht zum Beispiel an einer Kreuzung im siebten, kleine Beobachtung aber den Rückbau oder die Wecknahme von Ampelregelungen.

00:37:10: Da sind Menschen ein Stück weit darauf angewiesen kurz von ihrem Display aufzuschauen weil Sie wissen müssen ob da jetzt ein Auto kommt oder nicht.

00:37:19: Das war eine Selbstverständlichkeit, dass mit zunehmender Frequenz von Fahrrädern, Autos, Fußgängen usw.

00:37:25: immer mehr Ampeln gekommen sind.

00:37:26: und wenn ich das jetzt wieder zurücknehme – im dicht-nurbanen Raum wirklich kein Experiment mehr, das funktioniert ja wirklich – führt es zu einer ganz anderen Art wie sich da alles abspielt?

00:37:39: Und wenn's nur ein kurzer Sekunder ist, dass ich dann aufschauen muss von meinem Display, ist damit auch etwas geworden!

00:37:46: Das würde ich sagen, nehmen wir als wunderschöne Schlussworte.

00:37:50: Vielen Dank lieber Tareg Leiter für ihre spannenden Einblicke!

00:37:53: Sehr gerne!

00:38:19: Produktion, Schnitt- und Sounddesign Casper Arends.

00:38:22: Moderation ich Laura Franz.